Self-made mobile Edutainment

Die eigenständige Produktion von motivierenden Wissensspielen für die Smartphones und Netbooks von Freunden und Familienmitgliedern sind das Ziel des im Video beschriebenen Angebotes.

Smartphones sind universelle Wissenszugangsgeräte

Sie sind immer in Griffnähe und schnell in ihrer Funktionalität zu begreifen. Viele Besitzer möchten zeigen, dass sie mehr können, als nur Bilder oder lustige Gimmicks und Kurzbotschaften an ihr Umfeld zu versenden. Gut ist, wenn das Umfeld neben dem Unterhaltungswert auch bildungsmäßig davon profitieren kann: Der Wortschatz an Vokabeln und Fachbegriffen oder die Allgemeinbildung kann auf unterhaltsame Weise erweitert werden, wann immer man mag. Wer möchte, kann seinen eigenen Quizraum im Internet bauen und sich dort mit den eingeladenen Mitspielern messen. Continue reading

Gamifizierung erhöht die Motivation zum Lernen

Gamifizierung ist nichts Neues. Schon bevor es Computer gab, erweiterten Schüler ihr Allgemeinwissen mit kostenlosen Wissensspielen im Stil von Stadt-Land-Fluss. Die folgenden Fallbeispiele aus der Erdkunde und dem Eurovision-Song-Contest (ESC) zeigen daher die Gamifikation mit den heutigen Mitteln. Das Wissen um die ISO-2 Codes aus der Erdkunde hilft beim Lösen des ESC-Quiz.


Internettaugliche Smartphones, JavaScript und Lernplattformen bewirken, dass spieltypische Elemente in den spielfremden Kontext zum Aufbau von Paukwissen einbezogen werden können: Vokabeln müssen weiterhin gelernt werden, das Einmaleins und wichtige Fakten aus Geschichte, Erdkunde und den Naturwissenschaften kommt noch hinzu.

Das Angebot auf der Seite quizdidaktik.de liefert Beispiele, wie es gehen kann. Der Aufwand, den Lehrer treiben müssen, um mit den angebotenen Quizdidaktik-Tools umfassende Angebote zu machen, ist jedoch enorm.

Wenn man sich in die zahlreichen Tools der Quizdidaktik eingearbeitet hat, ist es viel Arbeit, die Formulare für die JavaScript- oder Moodle-basierenden Quizfragen zu füllen und die Ergebnisse im Internet oder für den lokalen Einsatz mit einem Browser aufzubereiten.

Mit Entwicklungsumgebungen auf der Basis von Excel-Tabellen geht es leichter. Mit einfach und gut strukturierten Tabellen zur Anlieferung der Quizdaten, geht die Produktion um Größenordnungen schneller, weil das Ausfüllen von Formularen entfällt. Die Quizgeneratoren ergänzen die Editiermöglichkeiten von Excel. Sie können automatisch 1200 Vokabeln in 5 Minuten zu einem Vokabeltest verarbeiten. Die Wikipediatabelle mit ca. 200 Staaten benötigt weniger als eine Minute, damit Sie als Hauptstadt-Quiz bereitsteht.

Zum Nachweis dieser Behauptung können die beim Testen entstandenen Quizze mit einer CC-BY-Lizenz sowohl genutzt, als auch zur Wiederverwendung heruntergeladen werden:
https://wer-weiss-was.net/_/4aus4/index.html
Diese 24 Quizze „4 aus 4“ bieten die vollständigen Zuordnungen von 1175 Frage-Antwort Paare an.

https://wer-weiss-was.net/_/4aus10/index.html
Diese 8 Quizze „4 aus 10“ liefern durch zufällige Auswahl von Fragen aus einem Pool mehr Spannung.
Die angezeigten 4 Zuordnungsmöglichkeiten pro Frage berücksichtigen die Größe der Displays von Smartphones. Das gleiche Datenmaterial kann auch für Tests auf Moodle-Plattformen verwendet werden.

Interessenten können Kontakt aufnehmen, um die Quizgeneratoren oder das Produktions-Know-how zur Programmierung zu erwerben.

Muttersprachler zuerst – America Second ;)

Alternative Fakten via FakeNews: Über den Bau einer virtuellen Mauer zur Ausgrenzung von Anglo-Amerikanern.

Um West-Berlin wurde im Jahr 1961 eine Mauer gebaut. Sie erfüllte ihren Zweck bis 1989 und hatte eine inverse Bedeutung, wie die geplante US-Mauer zu Mexiko: Menschen sollten nicht am Herkommen, sondern am Weggehen gehindert werden.
Die freiheitlich denkenden Europäer haben seitdem Phobien gegen Mauern an ihren Grenzen. Im Übrigen wären solche Bauwerke auch langfristig nicht bezahlbar und daher sowieso nicht zukunftsfähig. Schon die Überwindung der Chinesische Mauer war für die Mongolenhorden kein Problem. Rentabel ist deren Mauer jedoch als Touristenattraktion in der heutigen Zeit.
Virtuelle Mauern sind viel billiger
Kostenlos wäre der Aufbau von Sprachbarrieren zum Schutz geistigen Schaffens. Mit der „Nicht-Übersetzung ins Englische“ kann der frühzeitige Abfluss von geistigen Schöpfungen in die englischsprachige Welt wirksam verzögert werden. Übersetzen wir unsere Werke aus der Forschung nicht von unserer Muttersprache ins Englische. Warten wir ein paar Monate, bis wir eine Lizenz für Übersetzungen genehmigen. Zuerst soll der eigene Sprachraum profitieren, dann dürfen Amerikaner und Engländer Unsere Werke in einer Übersetzung lesen. Wir können deren Sprache verstehen, die angloamerikanische Welt kann aber kaum Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, ….
Sprache ist unsere kostenlose Verschlüsselungsoption für geistige Arbeit! Wir sollten nicht mehr so naiv sein und unsere Werke als erstes durch englische Übersetzungen verbreiten.
Davon profitieren nur die angloamerikanischen Länder, welche sich von uns Resteuropäern abgrenzen wollen. Last eure Werke als Reaktion auf die Entwicklungen im Angloamerikanischen Raum gegebenenfalls zuvor in andere wichtige Sprachen übersetzen. Man könnte in ferner Zukunft die Chinesische Karte (deren Sprache) nutzen, wenn Lizenzgebühren gezahlt werden oder eine entsprechende Gegenleistung geliefert wird.
Ich habe schon eine Idee für ein Fallbeispiel zum Schutz meiner geistigen Arbeit: Die Programmierung von Quizgeneratoren für Lernmanagementsysteme, welche XML-Dateien importieren können. Die Einführung liefere ich im Februar auf meinem YouTube-Kanal in meiner Sprache mit französischen Untertiteln. Andere Übersetzungen werde ich zulassen, sofern es sich nicht um Englische handelt. Bildungswillige Chinesen schließe ich nicht aus. Das übernimmt schon deren Regierung durch die allgegenwärtige Zensur.
Der Niederländische Kanal drückt seine Abneigung gegen Trump mit leicht verständlichem Humor aus – ich wähle auf meinem Kanal einen anderen Weg – auch wenn mir damit einige Millionen zusätzlicher Klicks aus dem englisch-sprachigem Raum bei YouTube versagt bleiben werden.

Creative Commons – schöpferisches Gemeingut

Dieses Video ist aus einer Bierlaune entstanden. Sowohl das Video als auch die Arbeitsmappe zu diesem Beitrag dürfen auf der Basis einer CC-BY-Lizenz verwendet werden.

Die zugehörige Lerneinheit kann über diesen Link abgerufen werden: http://ess.wer-weiss-was.net/rhoen/

Zur Zeit seiner Entstehung, das heißt Ende September 2016, läuft gerade das Oktoberfest in München.
Der Kreuzberg in der Rhön ist aber nur etwa 120 km von meinem Wohnort entfernt. Auch dort gibt es einen netten Biergarten und eine Brauerei.
Wetter bedingt sind der Ort und die Handlung zum Video zufällig entstanden. Der gesprochene Text wurde später ergänzt. Es ist nicht perfekt und war auch so nicht geplant!

Das verwackelte Video dient als reales Beispiel für ein Sprachprojekt. Niemand muss um Erlaubnis gefragt werden. Ich habe durch das Urheberrecht die Verfügungsrechte und kann über die Nutzung bestimmen: Jeder soll dieses Video und das damit verknüpfte Projekt nachahmen oder verwenden können. Um eigene Untertitel einzusetzen, benötigt man zur Durchführung nur einen preiswerten PC mit Windows.
Die zusammen mit Windows gelieferte App „Film und TV“ ist hervorragend für die Erprobung selbst erstellter Untertitel geeignet. Eine Untertiteldatei im srt-Format, die dort funktioniert, kann unverändert bei YouTube zum Video hinzugefügt werden.
Sprachkundige Schüler, Studenten, Auszubildende und Lehrer können die zum Video gehörenden 22 SRT Dateien mit Untertiteln öffnen und für eigene Übersetzungen in beliebigen Sprachen verwenden: https://www.wer-weiss-was.net/_/NurUntertitel.zip
Alle jetzt im Video vorhandenen Übersetzungen sind vom Google-Übersetzer automatisch erstellt.
Jeder Muttersprachler wird es besser können. Sie können helfen, die Qualität der Übersetzung in der eigenen Sprache zu verbessern. Ich als der Autor des Videos vom Kreuzberg und der Sprecher der Texte zu den deutschen Untertiteln werde die im Tabellenformat gelieferten verbesserten Übersetzungen regelmäßig am Quartalsende einpflegen.
Neue Sprachen sollen ergänzt werden, wenn die Untertitel in der gewünschten Tabellenform passend bei mir eingehen.
In der letzten Zeile der gelieferten Tabelle können sich Autoren mit eigenem Namen oder mit einem Pseudonym eintragen. Das wird dann in der letzten Filmsekunde angezeigt.
Wer eine der herunter geladenen SRT Dateien öffnet, stellt fest, dass sie sehr einfach aufgebaut sind:

...
 5
 00:00:11,000 --> 00:00:14,000
 Die Rhön ist ein Gebirge in der Mitte Deutschlands.
 The Rhön is a mountain range in central Germany.
 Rhön on vuorijono Keski-Saksassa.
6
 00:00:14,000 --> 00:00:19,000
 Der höchste Berg ist die Wasserkuppe mit 950 m Höhe.
 The highest mountain is the Wasserkuppe with 950 m height.
 Korkein vuori on Wasserkuppe kanssa 950 m korkeudella.

 

Für jeden Untertitel steht in der ersten Zeile eine laufende Nummer. In der zweiten Zeile steht im vorgeschriebenen Zeitformat der Anfang und das Ende der Einblendung. Dann kommen die eigentlichen Texte. Im Fallbeispiel stehen dort drei Zeilen. Die erste ist der gesprochene deutsche Text. Die zweite Zeile ist die englische Übersetzung und die dritte Zeile oben im Beispiel ist in Finnisch, so wie es der Google Übersetzer liefert. Dann kommt als Abschluss des Untertitels eine Leerzeile. Es folgt die Nummer für den nächsten Untertitel und so weiter. So geht es bis zum 107 Untertitel im Video. Dieses Verfahren kann man mit dem Editor erproben. Wenn man das von YouTube herunter geladene Video vom Kreuzberg nimmt, sieht man, dass es mit der „Film und TV“-App genauso funktioniert. Sprachschüler mit technischem Verständnis könnten so schnell eigenes Material für interessanten Unterricht gestalten.
Wer richtig effizient und schnell sein möchte, der setzt dazu eine Excel Tabelle ein. Mit der zum Download bereit gestellten Tabelle habe ich die Titel für alle Übersetzungen in etwa einer Stunde fast vollautomatisch erstellt. Die Übersetzung in die 22 Sprachen der Tabelle stammen allerdings vom Google-Übersetzer. Nur die englische Übersetzung wurde persönlich an 5 Stellen verbessert.
Bei den anderen Sprachen geht es mir nur um die Demonstration der Möglichkeiten. Es sollte auch kein Geld kosten. Wenn Sie die Übersetzungen verbessern möchten, zum Beispiel in ihrer Muttersprache, dann verwenden Sie die in der zip-Datei enthaltene Excel-Tabelle. Tragen Sie die Untertitel zu Ihrer Sprache direkt rechts neben den deutschen Texten ein. Die anderen Sprachen können Sie löschen. Senden Sie die Übersetzung an mich. Meine Email steht im Impressum der Lernplattform wer-weiss-was.net. Ist Ihre Übersetzung eine Verbesserung der vorhandenen Untertitel, so wird sie bei der nächsten Überarbeitung im YouTube-Video eingepflegt. Übersetzungen in den noch nicht vorhandenen Sprachen werden ergänzt.
Hinweis: Es gibt viele Vorträge mit Übersetzungen in Form von Untertiteln bei YouTube. Auf dem TED Kanal liefert Bill Gates den Vortrag „Lehrer brauchen richtiges Feedback“:

38 Sprachen sind derzeit zum Video verfügbar. Diese Untertitel wurden von Menschen auf der ganzen Welt erstellt, welche ihre geistigen Leistungen mit anderen teilen möchten.

Möglicherweise wird es bald künstliche Intelligenz geben, welche unsere Sprache versteht und passende Übersetzungen liefert. Wie weit die automatische Erstellung von Untertiteln in Echtzeit fortgeschritten ist, sieht man beim Wutvortrag des Physikprofessors Harald Lesch. Wenn man von der fehlenden Groß- und Kleinschreibung und den Satzzeichen absieht, ist die Fehlerquote geringer als 5 Prozent.

Coaching bei der Gestaltung von Lernplattformen

Lernplattformen werden von vielen Bildungseinrichtungen eingesetzt. Bei Hochschulen und Schulen ist Moodle am weitesten verbreitet. Oftmals reichen die Kompetenzen von Lehrern, Tutoren, Kursleitern und Trainern gerade mal aus, um dort Skripte in PDF-Form bereitzustellen.
Durch Coaching und kurze Erklärvideos können die effizienten Werkzeuge zur Evaluation von Lernfortschritten genutzt werden. Seit der dritten Version von Moodle sind die leistungsstarken Quiztools der Open-University schon standardmäßig enthalten, so dass kein Aufwand bei der Nachinstallation von Plugins entsteht.
Eine deutschsprachige Anleitung zu den angebotenen Fragetypen ist sinnvoll. Fallbeispiele müssen erklärt und auf ein vielfältiges Fächerangebot transferiert werden.
Die Begleitung durch einen Coach erleichtert es den Coachees, sich auf die Rolle als Trainer und Autor einer Lernplattform vorzubereiten. Wer dann seine selbst erstellte Fragensammlung mit Fachkollegen teilt und erweitert, hat das Ziel des Coachings erreicht.
Der Coach begleitet die Erstellung des Soll-Ist-Konzeptes durch die Coachees und die anschließende Umsetzung. Viele Details sind zu bedenken. Bei Selbsttests unter Einbeziehung der Nutzung von Smartphones und Tablets der Teilnehmer sind bestimmte Fragetypen ausgeschlossen. Fragen müssen dort ohne Einbeziehung einer Maus beantwortet werden können. Passend gewählte Fallbeispiele vom Coach geben Hilfe zur Selbsthilfe.
Per virtuellem Coaching-Raum kann sich jeder Coachee umfassend und vollständig über Entwicklungen informieren. Gegenstand des Coachings sind nicht nur die Werkzeuge zur Evaluation, sondern auch die Werkzeuge zur Erstellung von sonstigen Aktivitäten und Arbeitsmaterialien. Im Coaching Raum sind die Coachees Teilnehmer und der Coach ist für die Administration des virtuellen Raumes in der Trainer-Rolle eingetragen. Für das Coaching bei der Entwicklung von wiederverwendbaren Lernmaterialien müssen die Rollen jedoch getauscht werden. Die Coachees legen neue Kursräume in der Rolle des administrierenden Trainers an und schreiben den Coach als rezipierenden Teilnehmer ein. In den zugehörigen Foren wird die Unterrichtswirksamkeit des in den Kursräumen zusammen gestellten Materials bewertet. Sind die spätere Weitergabe oder der Tausch des Materials mit Kollegen angedacht, spielt das Urheberrecht eine wichtige Rolle. Die von anderen Autoren eingeräumten Nutzungsrechte müssen ebenso wie die eigenen Quellen dokumentiert werden. Material ohne erwerbbare Nutzungsrechte und ohne Quellenangaben ist für die Wiederverwendung an anderer Stelle nicht mehr wert, als eine für Unterrichtszwecke unbrauchbare Privatkopie.

Im hier eingebetteten Video zum Projektcoaching sind zunächst die verwendeten Begriffe erläutert. Am Ende des Videos gibt es Aussagen zu den zu erwarteten Kosten für die Einbeziehung des Coaches.

Eine Vorbereitung auf das Coaching ist sinnvoll

Die Vorkenntnisse in der Coachee-Gruppe sind erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich. Deshalb verweist der Coach auf sein Erklärvideo zu den Moodle-Grundlagen. Alle wichtigen Themen einer Installation und Administration sind damit abgedeckt. Fragen zum zweistündigen Einführungsvideo werden nach Möglichkeit innerhalb der Coachee-Gruppe gelöst. Sollte ein Rest an ungeklärten Fragen offenbleiben, wird der Coach auch einmal als Trainer aktiv. Er bietet die Alternative an, eine Präsenzveranstaltung anzusetzen oder die Fragen durch weitere Text- und Videobeiträge im virtuellen Coaching Raum zu beantworten.
In der folgenden Tabelle sind die Links zu den 12 Abschnitten des Erklärvideos zusammengestellt. Sie werden den Teilnehmer vorab zur Einarbeitung in die Moodle-Thematik empfohlen.

Erklärvideo zum Aufbau von Lernplattformen Beginn   Ende       Dauer
1 Einleitung und Vorschau auf die Abschnitte mit den Erklärvideos 0:00:00 0:07:10 0:07:10
2 Installation und Webhosting 0:07:10 0:21:31 0:14:21
3 Erste Aktionen des Administrators: Profil ergänzen und einen Kurs anlegen 0:21:31 0:27:38 0:06:07
4 Arbeitsmaterialien bereitstellen:  Link/URL, Textfeld, Textseite, Datei, Verzeichnis 0:27:38 0:41:39 0:14:01
5 Aktivitäten erstellen: Aufgabe, Forum, Test 0:41:39 0:52:19 0:10:40
6 Funktion der Benutzerrollen „Trainer/in, Teilnehmer/in“ 0:52:19 0:58:16 0:05:57
7 Nutzer anlegen und einschreiben 0:58:16 1:07:57 0:09:41
8 Sicherung und Wiederherstellung von Kursen 1:07:57 1:19:34 0:11:37
9 Quizfragen anlegen und Fragensammlungen importieren 1:19:34 1:36:48 0:17:14
10 Administration am Beispiel Sicherheit und Website Rechte 1:36:48 1:47:26 0:10:38
11 Administrative Eingriffe beim gewählten Design am Beispiel Fußzeilengestaltung 1:47:26 1:52:10 0:04:44
12 Eine neue Version zur Behebung bekannt gewordener Fehler und Sicherheitslücken installieren 1:52:10 2:00:00 0:07:50

Einen vergleichbaren Beitrag zum Coaching bei Website-Projekten zur Förderung von Medienkompetenz gibt es auf der Firmenwebsite.

Excel für fortgeschrittene Quizdidaktiker

Interessante Lückentests für Smartphones und Tablets lassen sich in Sekunden mit einem Generator erstellen, wenn man die zu übergebenden Daten systematisch vorbereitet hat: Quizauswahl
Das im Video besprochene Excel-Formular hilft bei der Vor- und Aufbereitung von Fragen. Die Größe der Bilder und die Anordnung des Textes berücksichtigen dabei die Displays von Smartphones und Tablets. So lassen sich unterhaltsame Wissenstests zum Verständnis von Landkarten, Skizzen und Bildern leicht gestalten.
Im Excel-Arbeitsblatt sind Stellen, wo Informationen für Überschrift, Urheberinformation, Links zu den verwendeten Grafiken und die abgefragten Zuordnungen eingetragen werden können gelb markiert.
Wenn Autoren neuer Quizfrage mit 6, 9 oder 12 Antwortmöglichkeiten auskommen, ist die Datei sofort fertig erstellt und ausführbar, sobald die grünen Zellen des Blattes im Lückentextgenerator eingefügt und gespeichert wurden. Bei anderen Anordnungen muss man geringfügige Eingriffe vornehmen.
Das Ergebnis stellt sich für den Betrachter der Frage als Bild mit unvollständiger Legende dar. Seine Aufgabe besteht darin, die Ziffern oder Buchstaben aus dem Bild vor den passenden Text zu setzen. So entsteht eine aussagekräftige Legende. Mit dem Klick auf den Überprüfen-Button sieht man grüne Stellen, wo die Legende zutreffend ist. Rot sind die Stellen mit den Fehlern. Mit dem Prozentsatz richtiger Antworten hat man auch das Ergebnis für die Selbsteinschätzung.
Im Video wird sowohl gezeigt, wie sich die Fragengestaltung im Formular gestaltet, als auch wie sich die Umsetzung mit dem Generator dem Rezipienten in der Praxis darstellt. Die komplexe Funktionalität zur Berechnung des benötigten HTML-Codes steht in den grün markierten Zellen. Sie werden unverändert kopiert. Der Lückentexteditor kann den Javascript-Code damit unmittelbar erzeugen, das Ergebnis kann sofort getestet werden.

Die im Video verwendete Excel-Arbeitsmappe mit den besprochenen Fallbeispielen kann von allen Interessenten heruntergeladen werden. Sie steht ebenso wie der Lückentextgenerator unter einer CC BY 3.0 Lizenz.
Die Mappe soll nicht nur Lehrern dienen. Schüler und Azubis könnten sie als Vorlage verwenden und damit in Projektwochen interessantes Unterrichtsmaterial generieren. Für benotete Tests taugen diese Lückentextfragen nicht, weil das Ergebnis nirgends gespeichert wird. Mit wenig Aufwand könnten die gelb markierten Formularbereiche jedoch für die verbreitete Moodle-Lernplattform wiederverwendet werden. Der Autor ist den umgekehrten Weg gegangen. Er kannte bisher alle Fragetypen von Moodle. Dort hat er mit seinen Excel-Tools schon tausende von Fragen generiert, bevor er kürzlich auf die Quizdidaktik-Sammlung stieß und die Transfermöglichkeit untersuchte. Sein Resümee: Die Generatoren vom Lehrer Jakob sind eine wertvolle Ergänzung zur Produktion einfach zu handhabender Selbsttests zur Prüfungsvorbereitung: Tests mit Moodle können dann im nächsten Schritt z.B. in der beruflichen Bildung als benotete Lernerfolgskontrollen eingesetzt werden, wenn durch Authentifizierung und Überwachung des mit einheitlichen PCs ausgestatteten Prüfungsraums sichergestellt werden kann, dass die Schüler nicht betrügen. Eigene Hardware und Smartphones dürfen natürlich nicht mit in die Prüfungsräume gebracht werden, um Betrugsversuche zu vermeiden.
Fazit: Die auf quizdidaktik.de bereitgestellten Werkzeuge erleichtern die Fragenproduktion zur Selbsteinschätzung. Wenn die Internet-tauglichen Geräte, welche Schüler permanent mit sich führen durch die Methodik der Quizdidaktik unterstützt werden, macht Lernen Spaß.

Wenn diese Art von Fragen jedoch in benotete Prüfungen eingehen sollen, müssen sie auf eine Lernplattform wie Moodle transferiert werden. Diesen Transfer kann die bluepages gmbh zum sehr günstigen Festpreis anbieten. Es bleibt wie bei den Lehrbüchern die Frage zu klären, wer diese Leistung bezahlt: Gibt es Schulträger, die das übernehmen oder stehen Sponsoren aus der Wirtschaft bereit, um einen kostenlosen Selbstbedienungsserver für Prüfungsfragen zu unterhalten.
Am Ende des Videos wird ein Download der Arbeitsmappe offeriert. Mit dem folgenden Link ist das Angebot realisiert: ExcelLueckentextToolFuerGrafiken.xlsx
Alternativ können Sie auch das ZIP-Archiv mit ca. 3,4 MB Umfang herunterladen. Es enthält nicht nur die Excel-Datei, sondern auch ca. 70 Fallbeispiele mit Lückentexten.

Quizdidaktik für Unterricht, Weiterbildung und Freizeit

asien5Frage: Warum findet man das interessante Werkzeug eines bayrischen Lehrers mit einer aussagekräftigen Beschreibung zum Thema Quizdidaktik wahrscheinlicher auf einer österreichischen Bildungsplattform, als auf einem deutschen Portal?

Antwort: Weil die Nutzung des Internets für Bildungszwecke in Deutschland offensichtlich noch sehr selten ist. Motivierte Lehrer werden kaum gefördert, wenn sie brauchbare Tools entwickeln. Das schlägt sich in Suchmaschinen-Ergebnissen nieder. Internet-unerfahrene Lehrer oder Ausbilder sind überhaupt nicht in der Lage, die richtigen Seiten zu suchen. Finden sie dennoch etwas, wird die Nutzungsmöglichkeit am besten auf der Basis von Fallbeispielen verstanden. So erging es dem Autor. Die Arbeit von Joachim Jakob weckte seine Neugier, weil er selbst schon tausende von Fragen für die Lernplattform Moodle mit eigenen Werkzeugen produziert hat. Er möchte seinen Pool aus Moodle-Quizzen für die Allgemeinheit verfügbar machen. Dabei stellte er den Nachteil der Beschränkung auf diese verbreitete Plattform fest: Fast alle Bildungsträger nutzen oder kennen sie immerhin, aber nur wenige haben die Kompetenzen zum umfassenden und Unterrichts-wirksamen Einsatz. Die Unterstützung von Lernplattformen ist an den meisten Bildungseinrichtungen mangelhaft, weil Zeit und Geld für die Ausbildung des Personals fehlt.

Daran wird sich kurzfristig wenig ändern. Aus diesem Grunde suchte der Autor nach einem bewährten und schon eingeführten Tool, welches seine vorhandenen Fragen mit geringem Aufwand zur Selbsteinschätzung verfügbar macht, ohne dass dazu ein Moodle-Zugriff nötig ist. Mit dem Lückentextgenerator von Joachim Jakob lassen sich zwar keine zertifizierbaren Lernkontrollen durchführen, weil die angezeigten Ergebnisse nicht gespeichert werden, – die damit produzierten Selbsttests sind jedoch leicht zu erstellen und werden von den Lernwilligen gut angenommen.

Drei Beispiele sind hier zusammengestellt. Der Autor hat  sie mit selbst entwickelten Tools in HTML-Form gebracht und mit dem Lückentextgenerator produziert. Sie dürfen genutzt, kopiert, verändert und weitergegeben werden.

    1. Erdkundetest mit Satellitenbildern: Asien5.html
    2. Ein Sprachtest mit 30 Vokabeln für Köche, welche Deutsch als Fremdsprache sprechen:
      Englisch: Frage1, Frage2, Frage3
      Französisch: Frage1, Frage2, Frage3
      Spanisch: Frage1, Frage2, Frage3
      Die richtigen Lösungen stehen am unteren Seitenende. Sie sind mit Bildern und Mustertexten verknüpft.
    3. Ein Beispiel aus dem Deutschunterricht zum allgemeinen Textverständnis der Ballade vom Erlkönig. Die Buchstaben 2 bis 4 sind bei den längeren Worten zu ergänzen. Parallel zum Ausfüllen der Lücken kann auch der gesprochene Text gehört werden.

erlkoenigMit dem Tool von Joachim Jakob sind vorbereitete Lückentexte in Minuten erstellt. Veröffentlichen sollte man seine Lückentests jedoch nur, wenn die Urheberrechtsfragen geklärt sind. Bei den hier gezeigten Fallbeispielen ist das kein Problem: Die Satellitenbilder sind von der NASA zur allgemeinen Nutzung freigegeben, die DaF-Tests hat der Autor selbst entwickelt und mit CC-BY freigegeben. Goethes Werk ist schon lange gemeinfrei. Beim zugehörigen Erlkönigvideo sind die Rechte zur Einbettung durch die Geschäftsbedingungen der Videoplattform gewährleistet.

FAZIT: Der Aufwand zum Erstellen einer allgemein verfügbaren Quiz-Bibliothek ist überschaubar: Überschlags-mäßig kalkuliert der Autor derzeit mit 1 Euro pro Lücke als Erstellaufwand, wenn das Material vorhanden ist und die Rechte geklärt sind. Das wären beim Erlkönig Kosten in Höhe von 72 Euro. Sind solche Quizfragen einmal für den Pool auf einem Bildungsserver finanziert, kann danach jeder Internet-Nutzer mit seinem PC, dem Tablet oder einem Smartphone kostenlos darauf zugreifen, um sich mit Bildungsmaterialien zu vergnügen.

Mit geringem Mehraufwand können die Materialien anschließend auf einer Moodle-Lernplattform bereitgestellt werden. Wenn in Unterrichtsräumen mit zertifizierten PCs eine kompetente Aufsicht bei benoteten Prüfungen gewährleistet ist, könnte man derartige Tests auch zur Lernerfolgskontrolle einsetzen. Überwachte Online-Prüfungen mit sofortiger Auswertung sind seit Jahren bei TOEFL- und DaF-Tests sowie bei IHK- und Computerführerscheinprüfungen üblich.

Excel als Assessment-Tool für Moodle-Lernplattform

Individuelle Lernangebote können effizient von Lehrern und Ausbildern erstellt werden. Außer der allgemein bekannten Office-Software sollten noch eine Lernplattform und Tools für die Video-Produktion bereitstehen. Die Anwendung dieser drei Zutaten ist im folgenden Angebot verständlich dokumentiert.
Die exemplarische Produktion von Lückentests oder C-Tests ist in einer Playlist mit drei Videos rechts zu sehen.
Ein Frage-Typ mit Kurzantworten eignet sich besonders zur Einschätzung von Lernerfolgen oder von Sprachkompetenz auf Tablet-PCs und den verwandten Smartphones. Das Ziel der Videos ist es, die fehlerfreie Automatik der Fragenproduktion allgemein verständlich und nachvollziehbar zu machen.
Aus der Bibel und aus Goethes Werk wurden bekannte Texte als Fallbeispiele eingesetzt. Im 1. Video wird gezeigt, dass sich wiederkehrende Abläufe in der Textbearbeitung mit einem Befehl bei anderen Texten wiederholen lassen. Das funktioniert in Excel ähnlich wie bei Word.
Die Zellen der Excel-Tabellen lassen sich jedoch systematischer ansprechen und verarbeiten. An Stellen, wo Test-Rezipienten ihre Antworten einzutragen haben, sind Platzhalter anzubringen. Die HTML-Auszeichnungen der Absätze und Überschriften werden noch ergänzt. Der in 3 Spalten vorbereitete Bereich muss dann kopiert und beim gewählten Frage-Typ auf der Lernplattform Moodle eingefügt werden. Wer diese Vorgehensweise beherrscht, kann unzählige Selbstlernkontrollen auf der allgemein am weitesten verbreiteten Lernplattform erstellen.
Weil Platzhalter selbst Buchstaben enthalten, sind Wege aufzuzeigen, wie ungewollte Textänderungen in den Platzhaltern unterbunden werden. Das Konzept dazu entnimmt man dem 2. Video.
Das 3. Video richtet sich an Test-Autoren, die ein richtiges Programm einsetzen möchten. Die Suchen- und Ersetzen-Anweisung soll aus einer Excel-Spalte beliebig viele variable Texte für die Lückenbestimmung entnehmen. Das Programm wird beendet, wenn alle nicht leeren Zellen für den HTML-Code aufbereitet sind. Durch diese übersichtliche Anordnung behält man alle auszufüllenden Lücken im Blick.
Wer die VBA-Anweisungen nicht vom verknüpften Video abschreiben möchte, kann per E-Mail die Excel-Arbeitsmappe mit „Vater unser“ und dem Faust-Monolog samt Makros anfordern. Die in den Videos dokumentierten Abläufe und Vorgehensweisen lassen sich auf Texte zu beliebigen Fächern in beliebigen Sprachen transferieren.

bluepages = Produktion und Bereitstellung von Erklärvideos und Assessments

Die Kernkompetenzen von bluepages liegen in der Produktion von Erklärvideos und Assessments. Jeder kann das Material auf unserer Lernplattform nutzen.
Wir setzen die am weitesten verbreitete OpenSource Plattform Moodle als LMS ein. LMS steht für Lern-Management-System, CMS steht für Content Management System. Als CMS nutzen wir WordPress, welches bei Websites den höchsten Verbreitungsgrad hat.
Unsere Autorenwerkzeuge sind die verbreiteten Office-Produkte. Zur Automatisierung verwenden wir die dort integrierte Programmiersprache VBA.
Zur Aufzeichnung von Videos nutzen wir neben handelsüblichen Camcordern auch den Screen-Recorder von Camtasia
Als Videoplattform dient YouTube und die eigene Lernplattform, wenn das Material nicht allgemein zugänglich sein soll.
Bei YouTube ist nicht nur die Benutzung, sondern auch die Verwaltung der Videos einfach. Fast alle Anwender haben damit auch schon private Erfahrung.
Für unsere Erklärvideos zeichnen wir das Geschehen am Bildschirm auf. Gelegentlich nutzen wir Camcorder zur Aufzeichnung von Aktivitäten oder zur Kommentierung von Werken und Dokumenten vor Ort. Kunden vermitteln wir, wie man mit handelsüblichen Geräten eigene Produktionen durchführt, bearbeitet und bereitstellt.
Es ist erfreulich, wenn zur Nutzung der Materialien auch interaktive Whiteboards (Smartboards) und digitale Präsentationsgeräte bereitstehen. Damit hat man eine Fülle von Möglichkeiten, um Vorträge und Präsentationen interessant und anschaulich zu gestalten. Niemand soll jedoch von der Nutzung unserer Materialien ausgeschlossen werden. Das erreichen wir durch einen Zuschnitt, der auch die Benutzung auf einfachen Tablets, Smartphones oder Notebooks berücksichtigt. Angebote, welche die jederzeit verfügbare Hardware der Rezipienten berücksichtigen, scheinen am nachhaltigsten zu sein.
Mit dieser Erkenntnis und dem Druck, Kosten gering zu halten, wollen wir die Nutzungsmöglichkeiten der bewährten Komponenten voll ausschöpfen. Bei diesem Ansatz muss nur in die Ausbildung von Kursleitern und Autoren investiert werden. Gerade Onlinetests zur Selbsteinschätzung werden diese Investition in die Zeit für die Weiterbildung schnell rechtfertigen. Automatisch bewertete Tests geben sowohl den Rezipienten als auch den für Unterricht verantwortlichen schnell Auskunft, ob der vermittelte Unterricht nachhaltig war. Nachbesserungen und Ergänzungen können zeitnah erfolgen.
Blended Learning bedeutet das Beste aus digitaler und analoger Welt: Bereitstellung, Vortrag und Vermittlung von Stoff geht per Internet. Die Reflektion bzw. Diskussion und der Austausch von Erfahrungen gehen derzeit immer noch am nachhaltigsten, wenn die Gruppe im realen Raum zusammentrifft. Für die Zeit zwischen den persönlichen Begegnungen können digitale Kontakte in Foren und Chats auf dem Lernmanagement System genutzt werden, sofern die gewohnten privaten Kommunikationsplattformen wegen rechtlicher Bedenken ausscheiden.
Das gesamte Knowhow geben wir gern an Lernwillige weiter.

Müssen Bildungsmaterialien „sexy“ sein?

Ein offener Brief an Nadine Emmerich. Sie ist die Autorin des Artikels „OER ist nicht sexy“ welcher in der GEW-Zeitschrift „Erziehung und Wissenschaft“ erschienen ist.

 

Liebe Frau Emmerich,

 

wegen des merkwürdigen Titels „OER ist nicht sexy“ ist mir Ihr Beitrag auf Seite 23 der GEW-Zeitschrift Erziehung_und_Wissenschaft/2016/EW_04_2016_Web.pdf aufgefallen.

Sexy kommt nur wenigen Lehrern und Ausbildern im Zusammenhang mit Unterrichtsmaterial in den Sinn. Der Begriff passt eher bei Bademode. Eigenschaften wie „motivierend und unterrichtswirksam“ sollten bei der Bewertung von Bildungsmaterialien wichtiger sein.

Das was ich bei meinen Ausbilderkollegen, meinen Kindern und Enkeln in den letzten Jahren im Wesentlichen an Unterrichtsmaterial gesehen habe, waren mehr oder weniger alte Bücher und massenhaft angefertigte Fotokopien. Das Wort „sexy“ ist niemandem bei der Sichtung dieses Materials über die Lippen gekommen.

Wichtiger als „sexy“ zu sein ist jedoch die Arbeit an den von Ihnen im Artikel benannten Baustellen, um eine Kultur des Teilens in der Bildung zu etablieren:

  1. Rechtssicherheit
  2. Qualitätssicherung
  3. Qualifizierungsmodelle
  4. Geschäftsmodelle

Zu allen 4 Punkten gibt es Aspekte, die in Ihrem Beitrag nicht auftauchen.

  1. Zum Thema Rechtssicherheit gibt es durch die Rechtssache „C-160/15“ des höchsten Europäischen Gerichts interessante Gesichtspunkte für die Betreiber von Lernplattformen: Wenn man nicht sicher ist, ob eine Bildungsresourcen rechtssicher ist, kann man sie dennoch angstfrei verlinken sofern sie nicht ausgedruckt werden muss. Links zu urheberrechtlich geschützten Inhalten sind gefahrlos, wenn das Gericht in Kürze seinem Gutachter folgt. Beim Kopieren und Drucken muss man weiterhin aufpassen. Details stehen in der Süddeutschen Zeitung: http://www.sueddeutsche.de/digital/urheberrecht-eugh-gutachten-links-zu-urheberrechtsverletzungen-sind-nicht-rechtswidrig-1.2938936
    Das von den Veranstaltungsteilnehmern gewünschte Remix-Tool passt zum verbreiteten „Rundum Sorglos“ Wunschdenken. Es müsste automatisch auch die Plagiatssuche im Bereich des gesamten Internets und konventioneller Bibliotheksbestände beinhalten oder es bleibt oberflächliche Augenwischerei.
  2. Die permanente Qualitätssicherung wird bei OER leichter sein, weil jeder Zugang hat ohne dafür zahlen zu müssen. Aktualisierungen an der digitalen Quelle sind einfach und Fehler können schnell korrigiert werden ohne dass bereits gedruckte Bücher eingestampft werden müssen. Fachlehrer werden nicht nur als Autoren, sondern auch als Lektoren und Kritiker der OER in Frage kommen. Bildungsträger müssen natürlich bereit sein, die Arbeit der Lektoren direkt zu zahlen und nicht wie bisher indirekt über den Preis der Schulbücher.
  3. Die Qualifizierung von Lehrern und Ausbildern ist in der Tat das größte Problem. Unwissen um die Möglichkeiten der bereits vorhandenen Infrastruktur verhindert deren sinnvollen Einsatz. An fast jeder weiterführenden Schule, Hochschule oder Berufsschule ist schon eine brauchbare Lernplattform installiert. Sie wird mehr oder weniger nur von den wenigen Netzaktivisten am Leben gehalten. Die Unkenntnis um die Einsatzmöglichkeiten der Lernplattform ist genauso erschreckend wie es der Kauf eines wertvollen Flügels wäre, wenn der Musiklehrer damit nur die Tonleiter spielen kann. Vielfach sieht man in der Bereitstellung von pdf-Dokumenten die einzige Anwendungsmöglichkeit für Lernplattformen. Hervorragende Merkmale, wie die Quiz-Tools der Open-University werden praktisch kaum genutzt, obwohl Lehrer damit schnell interessante Lern- und Testhilfen produzieren könnten. Qualifizierungsmöglichkeiten zur Nutzung der Plattformen gibt es allerorten oder im Internet, aber warum sollten Lehrer diese Angebote nutzen, wenn es folgenlos bleibt, wenn man nichts tut?
  4. Vor einem Jahr gab es einen Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und der SPD „Durch Stärkung der Digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden“ http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/044/1804422.pdf. Ich war auf den darauf folgenden konkurrierenden Veranstaltungen der Regierungsfraktionen im Reichstagsgebäude und im Paul Loebe Haus: https://www.freitag.de/autoren/christian-fueller/digitales-doppelspiel. Mein Ziel war, dort Ansprechpartner für OER-Geschäftsmodelle zu lokalisieren. Ich nahm hauptsächlich die Aktivitäten der Lobbyisten von Verlagen wahr (z.B. Herrn Feldmann vom Verband der Bildungsmedien e.V.) welche überhaupt kein Interesse an OER haben. Die anwesenden Aktivisten aus der OER-Szene wirkten wie temporäre Wahlhelfer der Bildungspolitiker. Sie sind in der Kulisse nützlich, aber nach der Veranstaltung sind sie wieder bedeutungslos. Die staatlichen Beschaffungsstellen für Bildungsmaterialien sind auf die althergebrachten Beschaffungspfade eingestellt und Lehrer freuen sich, wenn sie kostenlose Lehrerexemplare und Begleitmaterial vom Außendienst der Verlage überreicht bekommen. Die Mehrzahl der Beteiligten wird aus Bequemlichkeit kein ernsthaftes Interesse an Änderungen haben, egal ob das Material „sexy“ ist oder nicht.

In Ihrem Beitrag erwähnen Sie Arbeitszeitkontingente als Belohnung für OER-Produzenten. Das kann man machen, wenn es um wenig aufwändige Materialen mit geringen Anforderungen geht, die von gut honorierten Pädagogen nebenbei erstellt werden können. Fachleute ohne Anstellung an Bildungseinrichtungen sind damit von einer Honorierung ausgeschlossen. Wegen der bestehenden Strukturen in unserem föderalen Bildungssystem können die im Schulbuchhandel üblichen Geschäftsmodelle nicht greifen. Auch bei OER gilt: Ohne Preis kein Fleiß, d.h. kein renommierter Autor kann ohne Bezahlung arbeiten.

Wenn die Beschaffungswege für seriöse Bildungsmedien nur auf das Zusammenspiel mit den Schulbuchverlagen ausgerichtet sind, wie sollte da jemand etwas Neues wie OER aufbauen können, wenn es keine Einnahmen gibt? Autoren wollen bezahlt werden. Wenn das durch die Privatwirtschaft geschehen würde, um gute OER zu produzieren, ist das zunächst nicht verwerflich, zumal bisher bevorzugte Verlage wie Klett, Westermann und Cornelsen auch der Privatwirtschaft zuzurechnen sind und gewinnorientiert arbeiten.

OER ist für die Nutzer kostenlos, die Produktion der Urversion und die Bereitstellung müssen dennoch finanziert werden. Wenn man verhindern will, dass die Privatwirtschaft via Finanzierung von OER Einfluss auf die Bildung nimmt, muss man bessere Angebote machen. Praktikable Möglichkeiten sind aus Sicht von Autoren und Nutzern neue staatliche Stiftungen um den Betrieb und die Bestückung der Server zu finanzieren. Die OER-Produzenten stellen auf den Servern der Stiftung ihre Materialien bereit. Sie erhalten ein nutzungs- und erfolgsabhängiges Einmalhonorar, welches nach einem festgelegten Zeitraum sowohl die Anzahl der realen Klicks aus den in Frage kommenden deutschsprachigen Ländern als auch die Bewertung durch die Nutzer berücksichtigt. Bei der Festlegung der für die Honorierung zu berücksichtigenden Klicks könnte das Modell als Vorlage dienen, welches man bei YouTube einsetzt, um die Einnahmen mit den Partnern zu teilen. Manipulationsversuche werden herausgefiltert und mit Ausschluss vom Server bestraft. Allerdings werden hier keine beliebig hohen Werbeeinnahmen zwischen Plattformbetreibern und Autoren verteilt, sondern ein mit den Jahren anzupassender Anteil des ca. 400 Millionen Euro umfassenden Budgets für Bildungsmaterialien. Er wird bisher fast ausschließlich unter den Bildungsverlagen verteilt. Damit der Anteil für Verlage und Autoren möglichst gerecht ermittelt werden kann, müsste ein neutrales Gremium eingeschaltet werden. Das vom Gremium zu erarbeitende mathematische Modell zu Bewertung der OER-Beiträge wird ähnlich komplex sein wie Berechnungsmodelle in der Versicherungsmathematik. Letztendlich kommt es nur darauf an, dass Autoren motiviert werden, hochwertige frei zugängliche Ressourcen zu liefern damit unser Land durch gute Bildung wettbewerbsfähig bleibt. Gewerkschaften wie die GEW könnten zur Vertretung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen ihrer Mitglieder darauf hinwirken, dass OER durch eine staatliche Stiftung vorangebracht wird. Das wird ja auch in Ihrem Beitrag vorgeschlagen. Gute Bildung schafft gute Verdienstmöglichkeiten und damit ein hohes Steueraufkommen um Pädagogen besser zu bezahlen.

Im Sinn dieser Wechselwirkungen müssen Bildungskonzepte nicht „sexy“ sondern nachhaltig sein.

 

Konrad Rennert

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