Müssen Bildungsmaterialien „sexy“ sein?

Ein offener Brief an Nadine Emmerich. Sie ist die Autorin des Artikels „OER ist nicht sexy“ welcher in der GEW-Zeitschrift „Erziehung und Wissenschaft“ erschienen ist.

 

Liebe Frau Emmerich,

 

wegen des merkwürdigen Titels „OER ist nicht sexy“ ist mir Ihr Beitrag auf Seite 23 der GEW-Zeitschrift Erziehung_und_Wissenschaft/2016/EW_04_2016_Web.pdf aufgefallen.

Sexy kommt nur wenigen Lehrern und Ausbildern im Zusammenhang mit Unterrichtsmaterial in den Sinn. Der Begriff passt eher bei Bademode. Eigenschaften wie „motivierend und unterrichtswirksam“ sollten bei der Bewertung von Bildungsmaterialien wichtiger sein.

Das was ich bei meinen Ausbilderkollegen, meinen Kindern und Enkeln in den letzten Jahren im Wesentlichen an Unterrichtsmaterial gesehen habe, waren mehr oder weniger alte Bücher und massenhaft angefertigte Fotokopien. Das Wort „sexy“ ist niemandem bei der Sichtung dieses Materials über die Lippen gekommen.

Wichtiger als „sexy“ zu sein ist jedoch die Arbeit an den von Ihnen im Artikel benannten Baustellen, um eine Kultur des Teilens in der Bildung zu etablieren:

  1. Rechtssicherheit
  2. Qualitätssicherung
  3. Qualifizierungsmodelle
  4. Geschäftsmodelle

Zu allen 4 Punkten gibt es Aspekte, die in Ihrem Beitrag nicht auftauchen.

  1. Zum Thema Rechtssicherheit gibt es durch die Rechtssache „C-160/15“ des höchsten Europäischen Gerichts interessante Gesichtspunkte für die Betreiber von Lernplattformen: Wenn man nicht sicher ist, ob eine Bildungsresourcen rechtssicher ist, kann man sie dennoch angstfrei verlinken sofern sie nicht ausgedruckt werden muss. Links zu urheberrechtlich geschützten Inhalten sind gefahrlos, wenn das Gericht in Kürze seinem Gutachter folgt. Beim Kopieren und Drucken muss man weiterhin aufpassen. Details stehen in der Süddeutschen Zeitung: http://www.sueddeutsche.de/digital/urheberrecht-eugh-gutachten-links-zu-urheberrechtsverletzungen-sind-nicht-rechtswidrig-1.2938936
    Das von den Veranstaltungsteilnehmern gewünschte Remix-Tool passt zum verbreiteten „Rundum Sorglos“ Wunschdenken. Es müsste automatisch auch die Plagiatssuche im Bereich des gesamten Internets und konventioneller Bibliotheksbestände beinhalten oder es bleibt oberflächliche Augenwischerei.
  2. Die permanente Qualitätssicherung wird bei OER leichter sein, weil jeder Zugang hat ohne dafür zahlen zu müssen. Aktualisierungen an der digitalen Quelle sind einfach und Fehler können schnell korrigiert werden ohne dass bereits gedruckte Bücher eingestampft werden müssen. Fachlehrer werden nicht nur als Autoren, sondern auch als Lektoren und Kritiker der OER in Frage kommen. Bildungsträger müssen natürlich bereit sein, die Arbeit der Lektoren direkt zu zahlen und nicht wie bisher indirekt über den Preis der Schulbücher.
  3. Die Qualifizierung von Lehrern und Ausbildern ist in der Tat das größte Problem. Unwissen um die Möglichkeiten der bereits vorhandenen Infrastruktur verhindert deren sinnvollen Einsatz. An fast jeder weiterführenden Schule, Hochschule oder Berufsschule ist schon eine brauchbare Lernplattform installiert. Sie wird mehr oder weniger nur von den wenigen Netzaktivisten am Leben gehalten. Die Unkenntnis um die Einsatzmöglichkeiten der Lernplattform ist genauso erschreckend wie es der Kauf eines wertvollen Flügels wäre, wenn der Musiklehrer damit nur die Tonleiter spielen kann. Vielfach sieht man in der Bereitstellung von pdf-Dokumenten die einzige Anwendungsmöglichkeit für Lernplattformen. Hervorragende Merkmale, wie die Quiz-Tools der Open-University werden praktisch kaum genutzt, obwohl Lehrer damit schnell interessante Lern- und Testhilfen produzieren könnten. Qualifizierungsmöglichkeiten zur Nutzung der Plattformen gibt es allerorten oder im Internet, aber warum sollten Lehrer diese Angebote nutzen, wenn es folgenlos bleibt, wenn man nichts tut?
  4. Vor einem Jahr gab es einen Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und der SPD „Durch Stärkung der Digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden“ http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/044/1804422.pdf. Ich war auf den darauf folgenden konkurrierenden Veranstaltungen der Regierungsfraktionen im Reichstagsgebäude und im Paul Loebe Haus: https://www.freitag.de/autoren/christian-fueller/digitales-doppelspiel. Mein Ziel war, dort Ansprechpartner für OER-Geschäftsmodelle zu lokalisieren. Ich nahm hauptsächlich die Aktivitäten der Lobbyisten von Verlagen wahr (z.B. Herrn Feldmann vom Verband der Bildungsmedien e.V.) welche überhaupt kein Interesse an OER haben. Die anwesenden Aktivisten aus der OER-Szene wirkten wie temporäre Wahlhelfer der Bildungspolitiker. Sie sind in der Kulisse nützlich, aber nach der Veranstaltung sind sie wieder bedeutungslos. Die staatlichen Beschaffungsstellen für Bildungsmaterialien sind auf die althergebrachten Beschaffungspfade eingestellt und Lehrer freuen sich, wenn sie kostenlose Lehrerexemplare und Begleitmaterial vom Außendienst der Verlage überreicht bekommen. Die Mehrzahl der Beteiligten wird aus Bequemlichkeit kein ernsthaftes Interesse an Änderungen haben, egal ob das Material „sexy“ ist oder nicht.

In Ihrem Beitrag erwähnen Sie Arbeitszeitkontingente als Belohnung für OER-Produzenten. Das kann man machen, wenn es um wenig aufwändige Materialen mit geringen Anforderungen geht, die von gut honorierten Pädagogen nebenbei erstellt werden können. Fachleute ohne Anstellung an Bildungseinrichtungen sind damit von einer Honorierung ausgeschlossen. Wegen der bestehenden Strukturen in unserem föderalen Bildungssystem können die im Schulbuchhandel üblichen Geschäftsmodelle nicht greifen. Auch bei OER gilt: Ohne Preis kein Fleiß, d.h. kein renommierter Autor kann ohne Bezahlung arbeiten.

Wenn die Beschaffungswege für seriöse Bildungsmedien nur auf das Zusammenspiel mit den Schulbuchverlagen ausgerichtet sind, wie sollte da jemand etwas Neues wie OER aufbauen können, wenn es keine Einnahmen gibt? Autoren wollen bezahlt werden. Wenn das durch die Privatwirtschaft geschehen würde, um gute OER zu produzieren, ist das zunächst nicht verwerflich, zumal bisher bevorzugte Verlage wie Klett, Westermann und Cornelsen auch der Privatwirtschaft zuzurechnen sind und gewinnorientiert arbeiten.

OER ist für die Nutzer kostenlos, die Produktion der Urversion und die Bereitstellung müssen dennoch finanziert werden. Wenn man verhindern will, dass die Privatwirtschaft via Finanzierung von OER Einfluss auf die Bildung nimmt, muss man bessere Angebote machen. Praktikable Möglichkeiten sind aus Sicht von Autoren und Nutzern neue staatliche Stiftungen um den Betrieb und die Bestückung der Server zu finanzieren. Die OER-Produzenten stellen auf den Servern der Stiftung ihre Materialien bereit. Sie erhalten ein nutzungs- und erfolgsabhängiges Einmalhonorar, welches nach einem festgelegten Zeitraum sowohl die Anzahl der realen Klicks aus den in Frage kommenden deutschsprachigen Ländern als auch die Bewertung durch die Nutzer berücksichtigt. Bei der Festlegung der für die Honorierung zu berücksichtigenden Klicks könnte das Modell als Vorlage dienen, welches man bei YouTube einsetzt, um die Einnahmen mit den Partnern zu teilen. Manipulationsversuche werden herausgefiltert und mit Ausschluss vom Server bestraft. Allerdings werden hier keine beliebig hohen Werbeeinnahmen zwischen Plattformbetreibern und Autoren verteilt, sondern ein mit den Jahren anzupassender Anteil des ca. 400 Millionen Euro umfassenden Budgets für Bildungsmaterialien. Er wird bisher fast ausschließlich unter den Bildungsverlagen verteilt. Damit der Anteil für Verlage und Autoren möglichst gerecht ermittelt werden kann, müsste ein neutrales Gremium eingeschaltet werden. Das vom Gremium zu erarbeitende mathematische Modell zu Bewertung der OER-Beiträge wird ähnlich komplex sein wie Berechnungsmodelle in der Versicherungsmathematik. Letztendlich kommt es nur darauf an, dass Autoren motiviert werden, hochwertige frei zugängliche Ressourcen zu liefern damit unser Land durch gute Bildung wettbewerbsfähig bleibt. Gewerkschaften wie die GEW könnten zur Vertretung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen ihrer Mitglieder darauf hinwirken, dass OER durch eine staatliche Stiftung vorangebracht wird. Das wird ja auch in Ihrem Beitrag vorgeschlagen. Gute Bildung schafft gute Verdienstmöglichkeiten und damit ein hohes Steueraufkommen um Pädagogen besser zu bezahlen.

Im Sinn dieser Wechselwirkungen müssen Bildungskonzepte nicht „sexy“ sondern nachhaltig sein.

 

Konrad Rennert

Erlkönig

Ein selbst entwickeltes Quiz-Tool eröffnet unzählige Einsatzmöglichkeiten auf Lernplattformen.

Goethe schuf die bekannte Schauergestalt. Er beginnt seine Ballade mit „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“

Seitdem Motorjournalisten vor mehr als 60 Jahren den Bericht über einen neuen Mercedes mit den Worten „Wer fährt da so rasch durch Regen und Wind?“ einleiteten, werden die während der Testphase getarnten Prototypen neuer Fahrzeuge auch „Erlkönige“ genannt.
Der Erlkönig ist inspirierend, um etwas Neues zu testen.
Konrad Rennert testete sein neues Tool zur Erzeugung von automatisch korrigierten Lückentexten für Lernplattformen mit Goethes bekannter Ballade. Er stellt 20 verschiedene Erlkönig-Tests mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und insgesamt 2384 Textlücken zur freien Verfügung. Deutschlehrer und andere Interessenten dürfen seine Arbeit kopieren, verändern und weitergeben. Es ist frei von jeglicher Werbung und darf auf der Basis einer CC-BY-Lizenz auf jeder Lernplattform kostenlos installiert werden.

Wer die unten angebotenen Lückentests durchführen möchte, benötigt einen Usernamen und ein Passwort.
Verwenden Sie einen der 26 Kleinbuchstaben des Alphabets für beide Pflichteinträge zur Anmeldung auf der Lernplattform, also z.B.: Username a Password a

Hintergrundinformation zur Ballade:
Goethe schrieb eines seiner bekanntesten Gedichte im Jahre 1782: https://de.wikipedia.org/wiki/Erlkönig_(Ballade).
Die Ballade gehört zum Standardprogramm im klassischen Deutschunterricht.

Wer sich noch sehr gut an den Text erinnert, sollte den ersten der folgenden Lückentests wählen. Dort wird nur ein Buchstabe pro Wort vorgegeben.

Bei den nachfolgenden Lückentests 2 bis 5 wird der Schwierigkeitsgrad gesenkt. Es werden mehr Buchstaben angezeigt und es sind weniger Lücken zu füllen.

Wer den 1. Test fast fehlerfrei macht, kann sich die nächsten Tests daher schenken.

Test1: Das erste Zeichen wird gezeigt, der Rest ist auszufüllen (225)

Test2: Die ersten beiden Zeichen werden gezeigt, der Rest ist auszufüllen (198)

Test3: Die ersten drei Zeichen werden gezeigt, der Rest ist auszufüllen (139)

Test4: Die ersten vier Zeichen werden gezeigt, der Rest ist auszufüllen (95)

Test5: Die ersten fünf Zeichen werden gezeigt, der Rest ist auszufüllen (58)

Hinweise zu den folgenden Lückentexten

Zählungen von Wortlängen beginnen bei Null, wenn ein Leerzeichen oder eine Absatzmarke auftaucht. Rede- und Satzzeichen sind bei den Angaben zur Länge der Texte berücksichtigt.

Füllen Sie die fehlenden Zeichen in den Lücken so aus, als ob der Text in einer Zeile stehen würde. Durch den automatischen Zeilenumbruch bei verschiedenen Anzeigeformaten können die zu ergänzenden Zeichen eines Wortes manchmal am Anfang der nächsten Zeile des Displays stehen.

Test6: Vokale – Setzen Sie die fehlenden Vokale in die passenden Lücken (312)

Test7: Vokale – Setzen Sie die fehlenden Vokale a, i oder u in die passenden Lücken (165)

Test8: Sonderzeichen – Setzen Sie die fehlenden ä, ö, ü oder ß in die passenden Lücken (25)

Test9: Diphthonge – Setzen Sie die fehlenden au, äu, ei oder eu in die passenden Lücken (40)

Test10: Doppelte Buchstaben – Setzen Sie die Doppelbuchstaben in die passenden Lücken (9)

Test11: Setzen Sie das richtige Zeichen an der Lücke für den 2. Buchstaben ein (225)

Test12: Setzen Sie das richtige Zeichen an der Lücke für den 3. Buchstaben ein (198)

Test13: Setzen Sie das richtige Zeichen an der Lücke für den 4. Buchstaben ein (139)

Test14: Setzen Sie das richtige Zeichen an der Lücke für den 5. Buchstaben ein (95)

Test15: Setzen Sie die richtigen Zeichen an der Lücke für den 2. und 3. Buchstaben ein (146)

Test16: Setzen Sie die richtigen Zeichen an der Lücke für den 2., 3. und 4. Buchstaben ein (72)

Test17: Setzen Sie die richtigen Zeichen an der Lücke für den 2., 3., 4. und 5. Buchstaben ein (30)

Test18: Setzen Sie die richtigen Zeichen an der Lücke für den 3. und 4. Buchstaben ein (111)

Test19: Setzen Sie die richtigen Zeichen an der Lücke für den 3., 4. und 5. Buchstaben ein (30)

Test20: Setzen Sie die richtigen Zeichen an der Lücke für den 4. und 5. Buchstaben ein (72)

PS: Das Tool ist selbstverständlich auch für alle Gedichte in anderen Sprachen geeignet. Anfragen sind willkommen. Die Produktionskosten für 20 Tests zu einem Gedicht mit einer Gesamtsumme von maximal 5000 Lücken liegen bei 500 Euro.

Sehen – Hören – Lesen – Nachsprechen

In den vier Videos werden 180 deutsche Verben vor dem Hintergrund passender Bilder gesprochen. Damit können Zuwanderer sowohl den Sinn des Verbs erkennen, als auch die richtige Aussprache hören. Man kann die Videos anhalten, damit das Gehörte noch einmal gelesen und nachgesprochen werden kann…
Wer meint, dass er schon viele Verben kennt, kann sofort einen Zuordnungstest machen. In 18 Aufgaben müssen jeweils 10 Verben richtig zugeordnet werden. Nehmen Sie t als Username und t als Password.

Englisch Französisch Persisch Arabisch

Kreativität mit Excel – Tipps zur Hyperlink-Funktion

Per Hyperlink ist man mit einem Klick am Ziel. Solche Performanz ist mit den auf Papier gedruckten Querverweisen unmöglich.
In der vorliegenden Arbeitsmappe http://konrad-rennert.de/wp-content/uploads/2016/01/BerechneteHyperlinks.xlsx sind berechnete Hyperlinks verwendet. Die Formeln lassen sich in Sekundenschnelle auf beliebige Zusammenhänge übertragen. So entstehen komplette Linklisten zu multimedialen Lehrmaterialien welche ohne Internet nicht denkbar sind.
Das erste Fallbeispiel der oben genannten Arbeitsmappe zeigt die multimediale Verbindung der Liste unregelmäßiger Verben einer Germanistin mit dem Webservice Linguee.
Excel berechnet die Adresse für den Browser. Damit kann das Verb im deutschen und im englischen Kontext in vielen Satzkonstruktionen gezeigt werden. Die mit Hilfe der Tabellenkalkulation berechnete Fundstelle enthält in der Regel auch eine Audiodatei mit der Aussprache des Verbs und der abgeleiteten Formen. Continue reading

Lernhilfen mit Excel erstellen

Eine Liste mit unregelmäßiger Verben der Wiener Lehrerin Irmgard Graf-Gutfreund war Auslöser des Projektes. Die Verben stehen im pdf-Format auf deren Website: graf-gutfreund.at

Mit Zustimmung der genannten Autorin wurden die 125 Verben der Liste automatisch mit einer Excel-Formel verarbeitet, kopiert und hier bereitgestellt. Wer das geschilderte Beispiel selbst nachvollziehen möchte, findet vier YouTube-Erklärvideos unterhalb der Liste.

Auf Anfrage erhalten Interessenten die komplette Excel-Arbeitsmappe mit dem beschriebenen Makro kostenlos. Continue reading

Vokabeltests zur Selbstevaluation von Migranten bereitstellen

MoodleSelbsttest

Per automatisch auswertbarer Tests, in denen Vokabeln richtig zugeordnet werden müssen, können die Sprach- und Lesefähigkeiten zukünftiger Azubis und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund für die Handwerks- und Dienstleistungsberufe schnell geprüft werden.

Kommt es dann aufgrund des anscheinend hinreichenden Wortschatzes zur Einladung, kann der Test im Zweifelsfall mit einer neu gemischten Abfolge von Vokabel-Zuordnungen unter Aufsicht wiederholt werden. Zweifelhafte Selbsteinschätzungen des Wortschatzes können natürlich auch leicht im Fachgespräch verifiziert werden. Selbst organisiertes Lernen und der Besuch frei zugänglicher Internet-Lern-Plattformen beweisen die Motivation und den Willen zur Integration der Bewerber.

Vorbereitung und Durchführung im Detail

Alle Kandidaten erhalten Zugriff auf eine Sammlung passender Videos zum Berufsumfeld und eine frei zugängliche Vokabelliste mit den für die Position geforderten Fachbegriffen und Redewendungen. Die Vokabellisten können wie die folgenden noch nicht nach Berufen geordneten Listen aufgebaut sein:

 

Zu jeder Vokabelliste gibt es Selbsttests. Die Testaufgaben können sich die Kandidaten entweder auf Papier drucken oder gleich die Richtigkeit Ihrer Vokabelzuordnung am Computer überprüfen. Damit bei Verwendung von Papier die richtige Zuordnung geprüft wird, gibt es Lösungsschablonen mit denen die ausgefüllten Lösungsbögen in Sekunden geprüft werden können.

Wer bereitgestellte Excel-Arbeitsmappen auf seinem PC öffnen kann oder die Lernplattform Moodle einsetzt, erhält beim Eintrag seiner Lösung automatisch ein Feedback. Die Arbeitsmappe Arabisch‑Deutsch.XLSX liefert sowohl die Möglichkeit mit Papier zu arbeiten, als auch die automatische Auswertung mit der Funktionalität von Excel (s. Video).

Auf der Moodle-Plattform http://wer-weiss-was.net/course/view.php?id=26 kann sich jeder anmelden und mit Username c und Password c oder einer anderen Buchstabenpaarung tausende von Vokabelzuordnungen automatisch auf ihre Richtigkeit überprüfen lassen (s. Bild).

Fazit

Selbsteinschätzungen auf Basis frei zugänglicher Tests liefern den Stellenanbietern erste Aussagen zur Sprachkompetenz. Bei Bewerbungsgesprächen können die Selbsttests zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit und der Motivation dienen. Angaben lassen sich im Gespräch oder per Aufgabenblatt überprüfen. Mit den bereit stehenden Tools könnten täglich tausende zufällig gemischter Vokabelpaarungen mit automatischer Ergebniskontrolle erzeugt werden, wenn entsprechende Fachvokabulare vorliegen.

Interessierte Organisationen und Firmen können als Herausgeber in Erscheinung treten und sind zur Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung des Konzeptes eingeladen.

Kunst am Bau

Kunst-im-BauDie bluepages gmbh hat seit Anfang des Jahres 2015 ihren Sitz im 1935 erbauten Haus der Familie Apsen. Am Neujahrstag 1945 wurde es größtenteils von Bomben zerstört. Nur der Keller und ein Teil der Westmauer blieben erhalten. Zwei Jahre später waren die recycelnden Trümmersteine wieder aufgeschichtet und die Apsenfrauen konnten erneut einziehen. Helga Apsen, die älteste Tochter des 1893 in Moskau geborenen Bauherrn Paul Apsen, verstarb im Oktober 2014.Sie hinterließ einen wohlgeordneten Haushalt. Die Haustechnik aus der Zeit des Wiederaufbaus im Jahr 1947 war nicht mehr zeitgemäß und musste erneuert werden. Da bot sich die Entfernung von Wänden an. Der Architekt Karl-Günter Frisch ist ein Schulfreund und Freund der Familie. Er hat unkonventionelle Ideen beigesteuert, die demnächst in der Videoplaylist zum Apsenhaus veröffentlicht werden.

Zu gelungenen Bauten oder Gebäudesanierungen gehören nach seiner Meinung auch künstlerische Akzente. Anhand von Bildern und Videos und bei einer Ortsbesichtigung entwickelte der Architekt mit dem Künstler Wolfgang Saure ein Konzept für die Kunst im Apsenhaus.

Die notwendige Ortsbesichtigung durch den Künstler fand Ende Oktober statt. Dabei wurden bereits vorhandene Bilder des Künstlers an den vorgesehenen Stellen positioniert, um die passende Farbpalette und die Größe der anzubringenden Werke zu planen.

Die Begutachtung an der Baustelle finden Sie im 1. Video:

Aus den beim Ortstermin angestellten Überlegungen erzeugte der Künstler Wolfgang Saure ein Gesamtwerk. Die 5 Exponate werden im 2. Video an den vorgesehenen Stellen angebracht:

Einfache Realisierung multilingualer Hilfestellungen

DE-EN-RU-UntertitelungMit-CamtasiaDie Publikation „Hilfestellung und Leitfaden für Flüchtlinge“ machte die Gemeinde Hardheim in den Medien bekannt. Der deutschsprachige Leitfaden ist jedoch für die meisten Flüchtlinge unverständlich und nutzlos, weil in der Phase ihrer Ankunft noch kein Deutsch gesprochen und verstanden wird.
Wenn sich Verantwortliche wirklich mit Hilfestellungen an die Flüchtlinge wenden wollen, müssen sie zumindest eine Übersetzung zugänglich machen. Entweder auf den Websites in ihrem Verantwortungsbereich oder mit einem mehrsprachig untertitelten Video bei YouTube. Das notwendige Produktions-Knowhow ist schnell zu erwerben. Computernutzer mit den üblichen Kenntnissen von Bürosoftware und Videoschnittprogrammen werden schon nach kurzer Einweisung den deutschen Text mit der Übersetzung in mehrere Sprachen in ansprechender Form liefern können. Dazu gibt es das abgebildete Fallbeispiel auf der Videoplattform. Continue reading

Technologie von YouTube zum Erlernen der Sprache nutzen

Merkwürdige Sinnentstellung der gesprochenen Worte
Die Sinnentstellung der gesprochenen Worte „Millennium Development Goals“ können im [Video] mit eingeschalteten Untertiteln bei Sekunde 18 betrachtet werden.
Die Audio Transkriptionen von YouTube sind kostenlos weil sie automatisch vonstatten gehen. Bei deutsch gesprochenem Text kommt mit dieser Automatik nur wenig Sinnvolles heraus, weil die Spracherkennung noch fehlerhaft ist. Die Fehler lassen sich in kurzer Zeit vom Inhaber des Videos beseitigen. Die richtige Zeichensetzung und erklärende Texte, z.B. „Gelächter“, „Klatschen“, „Pfeifen“ lassen sich ergänzen. Angela Merkel und Barak Obama haben ihre wichtigen Videos schon korrigieren lassen. Danach sind sie für die Gehörlosen barrierefrei und für jeden, der lesen kann zugänglich. Die Option zur Korrektur in der gesprochenen Sprache ist jedoch nur eine Option. Das Verstehen unserer deutschen Sprache wird erleichtert, wenn Ausländer ihre Sprache als Untertitel wählen können. YouTube liefert dazu schon den kompletten Werkzeugkasten und die Gebrauchsanleitung: Lade die zum Video gehörende Textdatei samt Zeitleiste herunter, übersetze die Texte in beliebige Sprachen und lade diese Übersetzungen anschließend als Videoergänzung hoch. Mit zwei Klicks kann dann jeder seine gewünschte Sprache aus dem Angebot an lesbaren Untertiteln wählen. Continue reading

Digitale Bildung: Umsetzungsproblematik und Hosentaschenpotential

UnionsveranstaltungDie Fachleute der Regierungsfraktionen in Sachen „Digitales Lernen“ luden am 15. Juni 2015 zu Veranstaltungen in den Bundestag ein.
Hintergrund war der gemeinsame Antrag „Durch Stärkung der Digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden“
In der Wochenzeitung „Der Freitag“ ist das Digitale Doppelspiel etwas überspitzt aber dennoch recht zutreffend beschrieben. Besuchern beider Veranstaltungen wurde der Eindruck vermittelt, dass sich beide Fraktionen jetzt ernsthaft um das überfällige Thema kümmern. Mit den Koordinatoren Saskia Esken (SPD) und Sven Volmering (CDU/CSU) scheinen die Ausschüsse auch personell gut aufgestellt. Beide Veranstaltungen waren daher interessant. Für Besucher aus der Provinz wie mich, war es nicht schlecht, dass sie am gleichen Tag stattfanden, weil man wohl kaum zweimal anreisen würde. Bei der PR und dem Drumherum mit einer kleinen Ausstellung auf der Fraktionsebene im Reichstag konnte sich die Union profilieren. Inhaltlich schien es bei der SPD anspruchsvoller. Wegen der erwähnten terminlichen Überschneidung kam ich verspätet in das Paul-Löbe-Haus und konnte mir von der Diskussion um OER nur einen kurzen Eindruck verschaffen. Die Bedenkenträger schienen sich hauptsächlich in den Reihen der SPD-Besucher zu finden – das machte die Diskussion mit den Befürwortern interessant. Wer sich schon länger mit dem Thema beschäftigt, hat erwartungsgemäß nichts Neues erfahren. #Hosentaschenpotential war der herausragende Begriff bei der Union. „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem“ blieb mir bei der SPD haften.
Der Wille bei den Veranstaltern war da, aber auch die Erkenntnis, dass unsere föderal organisierte Bildungslandschaft hinderlich ist, wenn es um die Modernisierung geht. Im europäischen Vergleich haben kleine Länder die Nase vorn, weil sie landesweite Bildung von zentraler Stelle modernisieren können. In Ländern wie Tschechien oder Finnland werden Entscheidungen auch nicht durch wenige monopolartige Bildungsverlage und ihre mächtigen Lobbisten in den Parlamenten beeinflusst.

Schade, dass ich um 19:15 zum Zug nach Kassel musste. Da wurde es nach dem offiziellen Ende an den Imbisstischen im Paul-Löbe-Haus richtig interessant.

 

PS: Nachtrag des Videos mit der Erläuterung des „Hosentaschenpotentials“. Der Begriff fällt nach 84 Minuten bei 1:24 und wurde zuerst von Frau Müller von der Initiative D21 gebraucht.

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