Quizdidaktik für Unterricht, Weiterbildung und Freizeit

asien5Frage: Warum findet man das interessante Werkzeug eines bayrischen Lehrers mit einer aussagekräftigen Beschreibung zum Thema Quizdidaktik wahrscheinlicher auf einer österreichischen Bildungsplattform, als auf einem deutschen Portal?

Antwort: Weil die Nutzung des Internets für Bildungszwecke in Deutschland offensichtlich noch sehr selten ist. Motivierte Lehrer werden kaum gefördert, wenn sie brauchbare Tools entwickeln. Das schlägt sich in Suchmaschinen-Ergebnissen nieder. Internet-unerfahrene Lehrer oder Ausbilder sind überhaupt nicht in der Lage, die richtigen Seiten zu suchen. Finden sie dennoch etwas, wird die Nutzungsmöglichkeit am besten auf der Basis von Fallbeispielen verstanden. So erging es dem Autor. Die Arbeit von Joachim Jakob weckte seine Neugier, weil er selbst schon tausende von Fragen für die Lernplattform Moodle mit eigenen Werkzeugen produziert hat. Er möchte seinen Pool aus Moodle-Quizzen für die Allgemeinheit verfügbar machen. Dabei stellte er den Nachteil der Beschränkung auf diese verbreitete Plattform fest: Fast alle Bildungsträger nutzen oder kennen sie immerhin, aber nur wenige haben die Kompetenzen zum umfassenden und Unterrichts-wirksamen Einsatz. Die Unterstützung von Lernplattformen ist an den meisten Bildungseinrichtungen mangelhaft, weil Zeit und Geld für die Ausbildung des Personals fehlt.

Daran wird sich kurzfristig wenig ändern. Aus diesem Grunde suchte der Autor nach einem bewährten und schon eingeführten Tool, welches seine vorhandenen Fragen mit geringem Aufwand zur Selbsteinschätzung verfügbar macht, ohne dass dazu ein Moodle-Zugriff nötig ist. Mit dem Lückentextgenerator von Joachim Jakob lassen sich zwar keine zertifizierbaren Lernkontrollen durchführen, weil die angezeigten Ergebnisse nicht gespeichert werden, – die damit produzierten Selbsttests sind jedoch leicht zu erstellen und werden von den Lernwilligen gut angenommen.

Drei Beispiele sind hier zusammengestellt. Der Autor hat  sie mit selbst entwickelten Tools in HTML-Form gebracht und mit dem Lückentextgenerator produziert. Sie dürfen genutzt, kopiert, verändert und weitergegeben werden.

    1. Erdkundetest mit Satellitenbildern: Asien5.html
    2. Ein Sprachtest mit 30 Vokabeln für Köche, welche Deutsch als Fremdsprache sprechen:
      Englisch: Frage1, Frage2, Frage3
      Französisch: Frage1, Frage2, Frage3
      Spanisch: Frage1, Frage2, Frage3
      Die richtigen Lösungen stehen am unteren Seitenende. Sie sind mit Bildern und Mustertexten verknüpft.
    3. Ein Beispiel aus dem Deutschunterricht zum allgemeinen Textverständnis der Ballade vom Erlkönig. Die Buchstaben 2 bis 4 sind bei den längeren Worten zu ergänzen. Parallel zum Ausfüllen der Lücken kann auch der gesprochene Text gehört werden.

erlkoenigMit dem Tool von Joachim Jakob sind vorbereitete Lückentexte in Minuten erstellt. Veröffentlichen sollte man seine Lückentests jedoch nur, wenn die Urheberrechtsfragen geklärt sind. Bei den hier gezeigten Fallbeispielen ist das kein Problem: Die Satellitenbilder sind von der NASA zur allgemeinen Nutzung freigegeben, die DaF-Tests hat der Autor selbst entwickelt und mit CC-BY freigegeben. Goethes Werk ist schon lange gemeinfrei. Beim zugehörigen Erlkönigvideo sind die Rechte zur Einbettung durch die Geschäftsbedingungen der Videoplattform gewährleistet.

FAZIT: Der Aufwand zum Erstellen einer allgemein verfügbaren Quiz-Bibliothek ist überschaubar: Überschlags-mäßig kalkuliert der Autor derzeit mit 1 Euro pro Lücke als Erstellaufwand, wenn das Material vorhanden ist und die Rechte geklärt sind. Das wären beim Erlkönig Kosten in Höhe von 72 Euro. Sind solche Quizfragen einmal für den Pool auf einem Bildungsserver finanziert, kann danach jeder Internet-Nutzer mit seinem PC, dem Tablet oder einem Smartphone kostenlos darauf zugreifen, um sich mit Bildungsmaterialien zu vergnügen.

Mit geringem Mehraufwand können die Materialien anschließend auf einer Moodle-Lernplattform bereitgestellt werden. Wenn in Unterrichtsräumen mit zertifizierten PCs eine kompetente Aufsicht bei benoteten Prüfungen gewährleistet ist, könnte man derartige Tests auch zur Lernerfolgskontrolle einsetzen. Überwachte Online-Prüfungen mit sofortiger Auswertung sind seit Jahren bei TOEFL- und DaF-Tests sowie bei IHK- und Computerführerscheinprüfungen üblich.

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