Einleitung: Zehn Jahre nach dem Podcast „Bildungsmaterialien befreien“ stehen wir erneut vor der Frage: Hat OER in Deutschland den Durchbruch geschafft – oder braucht es einen radikalen Neuanfang? In diesem Dialog wollen wir nicht nur zurückblicken, sondern nach vorne denken. Mit internationalen Best-Practices im Gepäck und einem kritischen Blick auf die deutsche Bildungslandschaft laden wir dazu ein, OER neu zu verorten: nicht als technisches Tool, sondern als kulturelle Bewegung.
Ob im Workshop, beim Brainstorming oder später beim Bier – dieser Impuls soll anregen, nicht belehren. Denn vielleicht entstehen die besten Ideen nicht im Plenum, sondern im Gespräch zwischen Tür und Angel.
🎙️ Inhalt der Episode
- Interviewpartner: Jöran Muuß-Merholz spricht mit Karl-Günter Frisch und Konrad Rennert.
- Thema: Vorstellung des Projekts 4u-oer.de, einer neuen Plattform für Open Educational Resources (OER).
- Ziel: Die Plattform soll freie Bildungsmaterialien zugänglich machen und deren Nutzung fördern – also „Bildungsmaterialien befreien“.
- Finanzierung: Das Projekt startet mit einer Crowdfunding-Kampagne, um die Entwicklung und den Betrieb zu ermöglichen.
- Dauer: Die Episode ist etwa 16 Minuten lang.
- Musik: Der Jingle enthält einen Ausschnitt aus dem Track „I dunno“ von grapes (CC BY 3.0).
🎧 Podcast-Reihe „zugehOERt!“
- Fokussiert auf Gespräche mit OER-Expert:innen aus verschiedenen Bildungsbereichen.
- Weitere Themen umfassen digitale Bildung, Wissenschaftsbewertung, Demokratiebildung und Praxisbeispiele.
Wenn du möchtest, kann ich dir auch eine kurze Inhaltsangabe der Crowdfunding-Idee oder der Plattform 4u-oer.de selbst erstellen.
OER ist in Deutschland ein wachsendes, aber noch nicht flächendeckend etabliertes Erfolgsmodell. Es gibt vielversprechende Initiativen, aber auch strukturelle Herausforderungen.
📚 Aktueller Stand von OER in Deutschland
- Zunehmende Aufmerksamkeit: Seit dem UNESCO-Weltkongress 2017 in Ljubljana hat die Diskussion um Open Educational Resources (OER) in Deutschland deutlich an Fahrt aufgenommen.
- Förderprojekte: Initiativen wie OERinfo, LOERSH (Schleswig-Holstein) und die Hamburg Open Online University (HOOU) zeigen, dass OER in verschiedenen Bildungsbereichen aktiv gefördert und erprobt werden.
- Breite Zielgruppen: OER wird in Schule, Hochschule, Weiterbildung und beruflicher Bildung eingesetzt – mit unterschiedlichen Erfolgsgraden.
✅ Chancen
- Rechtssicherheit durch freie Lizenzen: Creative-Commons-Lizenzen ermöglichen eine klare Nutzung und Weiterverbreitung.
- Individualisierung und Kollaboration: Lehrmaterialien können flexibel angepasst und gemeinsam weiterentwickelt werden.
- Kostenersparnis: Vermeidung von Doppelentwicklungen spart Zeit und Ressourcen.
⚠️ Herausforderungen
- Rechtliche Unsicherheiten: Trotz CC-Lizenzen bestehen weiterhin Fragen zum Urheberrecht, besonders bei Mischmaterialien.
- Technische und didaktische Kompetenz: Lehrkräfte benötigen Schulungen im Umgang mit digitalen Tools und OER-Prinzipien.
- Kulturelle Barrieren: Die Bereitschaft, eigene Materialien zu teilen, ist nicht überall gegeben.
📈 Fazit
OER ist kein flächendeckendes Erfolgsmodell, aber ein vielversprechender Ansatz, der durch gezielte Förderung, Vernetzung und Qualifizierung weiter wachsen kann. Besonders in der beruflichen Bildung und Lehrerfortbildung besteht noch Entwicklungspotenzial.
Wenn du möchtest, kann ich dir konkrete Beispiele erfolgreicher OER-Projekte oder Strategien zur Einführung in deiner Institution zeigen.
Das ist ein sehr berechtigter und pointierter Einwand – und genau solche kritischen Reflexionen braucht die OER-Community. Zehn Jahre sind in der digitalen Bildungswelt eine Ewigkeit, und wenn ein Konzept in dieser Zeit nicht über den Status „vielversprechend“ hinauskommt, stellt sich zwangsläufig die Frage nach strukturellen Defiziten.
🔍 Warum OER in Deutschland (noch) nicht durchgestartet ist
- Fehlende Skalierung: Viele OER-Projekte bleiben auf Pilotniveau. Es fehlt an nachhaltigen Geschäftsmodellen oder institutioneller Verankerung.
- Politische Halbherzigkeit: Bildungshoheit der Länder, wechselnde Förderprogramme und fehlende bundesweite Strategien erschweren eine koordinierte Entwicklung.
- Mangel an „OER-Champions“: Wie du sagst – es fehlt an visionären Persönlichkeiten mit Reichweite, die OER nicht nur technisch, sondern auch kulturell und politisch vorantreiben.
- Komplexität der Umsetzung: OER ist kein Produkt, sondern ein Paradigmenwechsel – das macht es schwerer, schnelle Erfolge zu erzielen.
🧭 Was es jetzt bräuchte
- Systemische Integration: OER muss Teil der Lehrpläne, Prüfungsordnungen und Lehrerbildung werden – nicht nur ein Add-on.
- Infrastruktur & Plattformen: Technisch stabile, nutzerfreundliche Plattformen mit klaren Lizenzmodellen und Metadatenstandards.
- Kultureller Wandel: Eine „Sharing-Kultur“ in der Bildung, die Offenheit belohnt statt sie zu sanktionieren.
- Neue Narrative: Weg vom „kostenlosen Material“ hin zu „gemeinsam gestalteter Bildung“ – mit emotionaler und politischer Aufladung.
Du hast recht: Ohne neue Wege und mutige Köpfe wird es schwer. Aber vielleicht liegt genau darin die Chance – nicht in der Wiederholung alter Förderlogiken, sondern in einem echten Neustart mit anderen Spielregeln.
Wenn du magst, kann ich dir einige internationale Beispiele zeigen, wo OER tatsächlich systemisch verankert wurde – etwa in Polen, Südafrika oder British Columbia.
Polen, Südafrika und British Columbia zeigen, wie OER durch politische Verankerung, institutionelle Strategien und kulturellen Wandel erfolgreich umgesetzt werden können.
Hier sind die wichtigsten Best-Practice-Beispiele aus diesen drei Regionen:
🇵🇱 Polen: Policy-getriebene OER-Strategie
- Alek Tarkowski ist eine zentrale Figur der polnischen OER-Bewegung. Als Mitbegründer von Centrum Cyfrowe und Creative Commons Polen hat er OER in die Bildungspolitik eingebracht.
- Politische Einbindung: Polen setzte früh auf die Regulierung von OER durch politische Akteure – etwa durch die Förderung von offenen Lehrbüchern und Reformen im Urheberrecht.
- Europäische Vernetzung: Polen engagiert sich in Initiativen wie Communia, die die digitale Allmende stärken und OER europaweit voranbringen.
Erfolgsfaktor: Strategische Policy-Arbeit und rechtliche Klarheit – OER wurde nicht nur als pädagogisches, sondern als politisches Projekt verstanden.
🇿🇦 Südafrika: Institutionelle Verankerung und Forschung
- OpenUCT (University of Cape Town): Über 7.500 OER-Ressourcen wurden fakultätsübergreifend veröffentlicht und dauerhaft in die Universitätsbibliothek integriert.
- ROER4D-Forschungsprojekt: Untersuchte, wie OER und Open Educational Practices (OEP) zu gerechter, hochwertiger und nachhaltiger Bildung beitragen können.
- Saide & OER Africa: Unterstützen Lehrkräfte und Hochschulen mit Ressourcen, Netzwerken und rechtlicher Beratung.
Erfolgsfaktor: Forschung und institutionelle Integration – OER wurde systematisch evaluiert und in die Hochschulstruktur eingebettet.
🇨🇦 British Columbia: Skalierung durch Infrastruktur und Finanzierung
- BCcampus OpenEd: Ermöglicht die Erstellung und Nutzung von Open Textbooks. Über 354.000 Studierende profitieren, mit Einsparungen von über 41 Mio. CAD.
- UBC Open Champions: Die University of British Columbia ehrt jährlich Lehrende, die OER aktiv fördern.
- Librarian Networks: Die BC Open Education Librarians unterstützen Hochschulen bei der OER-Implementierung und fördern kollaborative Praktiken.
Erfolgsfaktor: Finanzielle Förderung, Community-Building und technische Infrastruktur – OER ist Teil der Bildungsstrategie und wird aktiv belohnt.
🧭 Fazit
Diese Beispiele zeigen: OER funktioniert dort, wo es strategisch gedacht, institutionell getragen und kulturell verankert ist. Deutschland kann viel von diesen Modellen lernen – insbesondere was Skalierung, rechtliche Klarheit und Community-Aufbau betrifft.
Wenn du magst, kann ich dir eine Vergleichstabelle oder eine Roadmap für OER-Strategien in Deutschland erstellen.
Perfekt – wenn du möchtest, kann ich dir jetzt eine Vergleichstabelle der OER-Strategien aus Polen, Südafrika und British Columbia erstellen oder gemeinsam überlegen, wie man daraus eine Vision für OER in Deutschland ableiten könnte. Sag einfach Bescheid, wohin du weiterdenken willst.
Hier ist eine strukturierte Vergleichstabelle der OER-Strategien aus Polen, Südafrika und British Columbia (Kanada) – ideal zur Vorbereitung auf euer Meeting in Würzburg:
📊 Vergleichstabelle: OER-Strategien international
| Kriterium | Polen 🇵🇱 | Südafrika 🇿🇦 | British Columbia 🇨🇦 |
|---|---|---|---|
| Strategischer Ansatz | Policy-getrieben, rechtlich fundiert | Forschungsgestützt, universitäre Verankerung | Infrastruktur- und Community-orientiert |
| Schlüsselakteure | Alek Tarkowski, Centrum Cyfrowe, Creative Commons Polen | OpenUCT, ROER4D, Saide, OER Africa | BCcampus, UBC Open Champions, Open Librarians |
| Politische Unterstützung | Ja – OER als Teil nationaler Digitalstrategie | Teilweise – Hochschulautonomie mit OER-Fokus | Stark – OER ist Teil der Provinzbildungsstrategie |
| Finanzierung | Projektbezogen, EU-Förderung | Forschungsförderung, internationale Partnerschaften | Provinzmittel, Einsparungen durch Open Textbooks |
| Technische Infrastruktur | Plattformen für offene Lehrbücher und Materialien | Repositorien wie OpenUCT, OER Africa | BCcampus OpenEd mit über 300 offenen Lehrbüchern |
| Reichweite / Skalierung | National begrenzt, aber europäisch vernetzt | Hochschulübergreifend, Fokus auf soziale Gerechtigkeit | Über 354.000 Studierende, über 41 Mio. CAD Einsparung durch OER |
| Kulturelle Verankerung | Offenheitsdiskurs in der Zivilgesellschaft | Fokus auf Bildungsgerechtigkeit und Empowerment | Belohnung von Lehrenden, starke Sharing-Kultur |
| Evaluation / Forschung | Teilweise – durch Communia und EU-Projekte | Umfangreich – ROER4D als internationales Forschungsprojekt | Kontinuierliche Evaluation durch BCcampus und Hochschulen |
| Herausforderungen | Fragmentierung, geringe Sichtbarkeit außerhalb der OER-Community | Digitale Infrastruktur, Zugangsgerechtigkeit | Nachhaltigkeit, Pflege der Inhalte, Lizenzverständnis |
🧭 Impulse für Würzburg
- Machbarkeit in Deutschland: British Columbia zeigt, wie OER durch klare Finanzierung und Belohnungssysteme skalierbar wird.
- Visionäre Protagonisten: Polen und Südafrika setzen auf Persönlichkeiten und Institutionen mit strategischem Einfluss – ein Ansatz, der auch in Deutschland nötig wäre.
- Kultureller Wandel: Alle drei Beispiele zeigen, dass OER nur dann funktioniert, wenn Offenheit belohnt und strukturell verankert wird.
Wenn du möchtest, kann ich daraus auch eine kurze Präsentationsstruktur oder ein Argumentationspapier für das Meeting ableiten.
Gerne! Hier ist eine stilvolle und einladende Einleitung zu eurem Dialog – mit einem Titel, der sowohl zum Thema als auch zur Atmosphäre passt:
🎧 Bildung befreien – OER neu denken
Ein Gespräch zwischen Vision, Realität und Barhockern
Einleitung: Zehn Jahre nach dem Podcast „Bildungsmaterialien befreien“ stehen wir erneut vor der Frage: Hat OER in Deutschland den Durchbruch geschafft – oder braucht es einen radikalen Neuanfang? In diesem Dialog wollen wir nicht nur zurückblicken, sondern nach vorne denken. Mit internationalen Best-Practices im Gepäck und einem kritischen Blick auf die deutsche Bildungslandschaft laden wir dazu ein, OER neu zu verorten: nicht als technisches Tool, sondern als kulturelle Bewegung.
Ob im Workshop, beim Brainstorming oder später beim Bier – dieser Impuls soll anregen, nicht belehren. Denn vielleicht entstehen die besten Ideen nicht im Plenum, sondern im Gespräch zwischen Tür und Angel.
Wenn du möchtest, kann ich daraus auch ein Handout oder eine Folie für die Präsentation in Würzburg gestalten,
Abbruch des Dialoges

