KR&KI: Wahlkämpfe werden heute nicht mehr nur auf Marktplätzen, in Talkshows oder über Parteiprogramme entschieden. Ein immer größerer Teil der politischen Auseinandersetzung findet auf Plattformen statt, deren Logik nicht von journalistischen Kriterien, sondern von Algorithmen bestimmt wird. Aufmerksamkeit entsteht dort vor allem durch Emotionen: Empörung, moralische Bewertung oder persönliche Angriffe verbreiten sich schneller als sachpolitische Argumente.
Ein Beispiel dafür liefert die Debatte um ein Video aus dem Jahr 2018, in dem der CDU-Politiker Manuel Hagel bei einem Schulbesuch eine Schülerin mit „braunen Haaren und rehbraunen Augen“ beschreibt und scherzhaft anmerkt, es gebe für einen 29-jährigen Abgeordneten „schlimmere Termine“. Acht Jahre später wurde dieser kurze Ausschnitt im Vorfeld der baden-württembergischen Landtagswahl erneut in sozialen Medien verbreitet. Innerhalb weniger Stunden entwickelte sich daraus eine bundesweite Debatte über Sexismus, politische Kommunikation und Wahlkampftaktik.
Der Vorgang zeigt exemplarisch, wie Social-Media-Plattformen heute als Beschleuniger politischer Skandalisierung wirken können. Ein kurzer Clip aus einem alten Video genügt, um eine Empörungsdynamik auszulösen, die sich algorithmisch verstärkt und klassische Medien schnell erreicht. Die politische Wirkung solcher Ereignisse ist jedoch schwer zu messen: Wahlentscheidungen entstehen aus vielen Faktoren – wirtschaftlicher Lage, politischer Stimmung, Kandidatenprofilen und kurzfristigen Ereignissen.
Gerade bei knappen Wahlergebnissen stellt sich dennoch eine interessante Frage: Könnte ein einzelnes virales Ereignis den Ausschlag gegeben haben?
Um dieser Frage nachzugehen, lohnt sich ein ungewöhnlicher Perspektivwechsel. Statt die Debatte nur politisch zu betrachten, kann man sie auch wie ein Naturphänomen analysieren – ähnlich wie ein Geophysiker seismische Messdaten auswertet. Social-Media-Beiträge, Reichweitenkurven und Interaktionszahlen bilden gewissermaßen ein digitales Messnetz politischer Erregung. Anhand solcher Daten lassen sich Muster erkennen: Wann begann die Debatte? Wie schnell breitete sie sich aus? Welche Akteure verstärkten sie?
Die folgende Analyse der Chats ermöglicht es, den Denkprozess eines Geophysikers nachzuvollziehen, der das Internet als Datensammlung betrachtet und Social-Media-Plattformen als Manipulations-Werkzeuge, die man benutzen kann, um Wettbewerber mit Hilfe KI-gestützten Recherchen herabzusetzen.
Persönliche Meinung des Autors: Wenn Özdemir an der Vorbereitung der Veröffentlichung über die „Rehbraunen Augen“ beteiligt war, ist er für mich unglaubwürdig und seine Partei nicht mehr wählbar. Wenn er nichts davon wusste, sollte er seine Persönlichkeit nutzen, um sich derartige Aktionen zu verbieten, damit er ein glaubwürdiger Kanzlerkandidat werden kann.
Hier sind die Links zu den Chatverläufen:
ChatGPT: https://chatgpt.com/share/69ae6701-2204-800c-ab88-e41b55d02e6d
Gemini: https://gemini.google.com/share/58dbf2eb290a
Le Chat: https://chat.mistral.ai/chat/d98f0507-292d-4c13-9ebc-2d2153dd07cf

