(Oder: Wie aus einer Spam-Mail eine Kooperation entstehen kann)
KR&KI: An Ostern geschah etwas, das ich so nicht geplant hatte – und das vielleicht gerade deshalb interessant ist.
Eine E-Mail von einer mir unbekannten Person landete – wie so viele – zunächst im Spam-Ordner. Aus gutem Grund: Die Wahrscheinlichkeit für Spam ist hoch, die Risiken durch Schadsoftware sind real.
Und doch blieben drei Dinge hängen, bevor ich den Ordner routinemäßig löschen wollte:
- die ungewöhnlich respektvolle Anrede („Grüß Gott … Herr Rennert“),
- ein seriös wirkender, verifizierbarer Absender,
- und ein Kontext, der nicht so recht ins übliche Muster passte.
Mein Misstrauen blieb – aber auch meine Neugier.
Also tat ich das, was man heute tut: Ich befragte den KI-Modus von Google. Die Antworten waren zunächst erstaunlich präzise – und wurden später vom tatsächlichen Absender in weiten Teilen bestätigt.
Mit der für mich wichtigen Unterscheidung zwischen Glauben und Wissen reduzierte ich die Frage schließlich auf das Wesentliche:
„Jetzt mal im Ernst: Wer ist XY?“
Die KI antwortete sinngemäß:
Eine engagierte Persönlichkeit im öffentlichen und kirchlichen Leben,
tätig an der Schnittstelle von Bildung, Friedensarbeit und Kultur.
Den Rest lasse ich bewusst offen. Datenschutz ist keine Fußnote, sondern Voraussetzung für Vertrauen.
Zwei Perspektiven – ein gemeinsames Verständnis
Am Abend des 6. April kam es zu einer längeren Videokonferenz.
Was folgte, war kein klassisches „Kennenlernen“, sondern eher ein schnelles gegenseitiges Verorten:
- Beide mit Hintergrund im ECDL/ICDL-Kontext
- Beide mit Erfahrung in IT-Sicherheit und Bildung
- Beide mit dem Anspruch, digitale Werkzeuge verständlich und verantwortungsvoll nutzbar zu machen
Die Unterschiede waren dabei eher ergänzend als trennend:
- auf der einen Seite ein stärker informatisch geprägter Zugang,
- auf meiner Seite über zehn Jahre Erfahrung als Online-Trainer mit über 1000 Teilnehmenden in der Weiterbildung.
Und vielleicht noch etwas Gemeinsames:
der Wunsch, Menschen die Angst vor Technologie zu nehmen – insbesondere vor dem, was heute oft vorschnell als „KI“ etikettiert wird.
Der Moment, in dem Zusammenarbeit denkbar wird
Nach rund zwei intensiven Stunden endete das Gespräch – nicht, weil die Themen ausgingen, sondern weil das reale Leben dazwischenkam.
Was blieb, war ein Gedanke:
Wie oft entstehen sinnvolle Kontakte nicht trotz, sondern wegen kleiner Irrtümer?
Die ursprünglichen Informationen über mich waren nicht ganz korrekt –
und doch waren sie der Auslöser für einen Dialog, der sonst nie stattgefunden hätte.
Man könnte es – je nach Perspektive –
ein Kommunikationsrauschen nennen.
Oder ein kleines digitales Wunder.
Vom Gespräch zur Idee: Angewandtes Social Computing
Ich habe die KI anschließend gebeten, mögliche Perspektiven zu skizzieren.
Ein Gedanke hat sich dabei besonders herauskristallisiert – und ist zugleich ein Angebot:
Kooperation im Bereich Social Computing – praktisch, konkret, anwendbar.
Zum Beispiel so:
- Strategische und inhaltliche Leitung auf der einen Seite
- Operative Unterstützung, Moderation und technische Umsetzung auf der anderen
Ganz konkret:
Ich begleite erste Videokonferenzen als eine Art
👉 „Videokonferenz-Kümmerer“
Das bedeutet:
- technische Regie im Hintergrund
- Unterstützung für Teilnehmende
- Strukturierung von Interaktionen (z. B. Gruppenarbeit)
- Entlastung, damit Inhalte im Mittelpunkt stehen
Learning by Doing – mit doppeltem Boden.
Offene Einladung
Dieser Text ist bewusst öffentlich formuliert.
Nicht, weil es um eine einzelne Person geht –
sondern weil die zugrunde liegende Idee übertragbar ist.
Wenn Sie…
- im Bildungsbereich tätig sind,
- Social Computing nicht nur theoretisch, sondern praktisch einsetzen möchten,
- und sich eine Zusammenarbeit vorstellen können, bei der Inhalt und Technik sinnvoll zusammenspielen,
dann freue ich mich über eine Kontaktaufnahme.
Manchmal beginnt Zusammenarbeit dort,
wo man sie am wenigsten erwartet:
im Spam-Ordner oder in der Kirche.


