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Eine historische Bilanz: Das Vermögensverzeichnis von Sally Hirsch (1938)

Rekonstruiert von Konrad Rennert mit LeChat, ChatGPT & Google Gemini (KR & KI)


Einleitungstext:

„Historische Dokumente im digitalen Zeitalter: Wie KI die Spuren der NS-Enteignung sichtbar macht“

Am 27. April 1938 wurde Sally Hirsch, ein jüdischer Kaufmann aus Bad Wildungen, gezwungen, sein gesamtes Vermögen in einem amtlichen Verzeichnis offenzulegen. Dieses Dokument, das heute im Hessischen Staatsarchiv Marburg (Bestand 601/12, Nr. 21) aufbewahrt wird, ist nicht nur eine trockene Aufstellung von Zahlen – es ist ein Zeugnis der systematischen Entrechtung jüdischer Bürger im Nationalsozialismus.

Mit Hilfe moderner KI-Tools wie ChatGPT und Google Gemini wurde dieses Vermögensverzeichnis nun erstmals vollständig rekonstruiert, überprüft und in eine historische Bilanz überführt. Die Analyse zeigt: Sally Hirsch verfügte 1938 über ein rechnerisches Nettovermögen von 27.656,73 Reichsmark – ein Wert, der ihn als etablierten Kaufmann auswies, doch nur wenige Jahre später durch die NS-Politik fast vollständig entzogen wurde.

Diese Dokumentation verbindet historische Akribie mit digitalen Möglichkeiten. Sie dient als Grundlage für weitere Forschungen und zeigt, wie KI dabei helfen kann, vergessene Geschichten wieder sichtbar zu machen.

KR: Liefere eine rein rechnerische Bilanzübersicht (Bruttovermögen / Schulden / rechnerisches Nettovermögen 1938)

Nachfolgend eine rein rechnerische Bilanzübersicht auf Grundlage der im Formular (Stand 27. April 1938) angegebenen Beträge.
Es erfolgt keine Interpretation, sondern ausschließlich Addition und Gegenüberstellung der genannten Werte.


Bilanzübersicht – Sally Hirsch

Stand: 27. April 1938
Angaben laut Vermögensverzeichnis vom 22. Juni 1938


I. Aktiva (Bruttovermögen)

1. Landwirtschaftliches Vermögen

  • Grundstück Heimarshausen: 2.800,00 RM

  • Acker Bad Wildungen: 350,00 RM

  • Garten Bad Wildungen: 650,00 RM

Summe landwirtschaftliches Vermögen:
= 3.800,00 RM


2. Grundvermögen

  • Hausgrundstück Adolf-Hitler-Straße 36: 28.000,00 RM


3. Betriebsvermögen

  • Gemischtes Warengeschäft (ohne Grundstück): 9.182,98 RM


4. Wertpapiere

  • Deutsche Reichsanleihe: 100,00 RM


5. Kapitalforderungen

  • Grundschuld Schäfer: 500,00 RM

  • Hypothek Klug: 300,00 RM

  • Forderung Hauerke: 200,00 RM

Summe Kapitalforderungen:
= 1.000,00 RM


6. Zahlungsmittel und Guthaben

  • Bargeld / Zahlungsmittel: 150,00 RM

  • Gewerbebank Bad Wildungen: 600,00 RM

Summe Zahlungsmittel:
= 750,00 RM


7. Sonstiges Vermögen

  • Holzablösungskasse (5 Anteile): 412,50 RM


Gesamtsumme Aktiva (Bruttovermögen)

  • 3.800,00
  • 28.000,00

  • 9.182,98

  • 100,00

  • 1.000,00

  • 750,00

  • 412,50
    =

43.245,48 RM


II. Passiva (Schulden)

1. Grundschuld

  • Gewerbebank Bad Wildungen: 8.588,75 RM

2. Darlehen

  • Gerger & Co., Hamborn: 4.500,00 RM

  • G. Nathan, Frankfurt/M.: 2.500,00 RM


Gesamtsumme Schulden

  • 8.588,75
  • 4.500,00

  • 2.500,00
    =

15.588,75 RM


III. Rechnerisches Nettovermögen 1938

Bruttovermögen: 43.245,48 RM
– Schulden: 15.588,75 RM

=

27.656,73 RM


Ergebnis (rein rechnerisch)

Position Betrag
Bruttovermögen 43.245,48 RM
Schulden 15.588,75 RM
Rechnerisches Nettovermögen 27.656,73 RM

Wenn gewünscht, kann ich im nächsten Schritt zusätzlich:

  • eine Variante unter Berücksichtigung der 20/32-Anteile berechnen,

  • eine getrennte Bilanz „Alleineigentum“ vs. „Erbengemeinschaft“ aufstellen,

  • oder eine tabellarische Druckvorlage für das PDF-Layout erstellen.

KR: Das errechnete Nettovermögen ist mit 27.656,73 RM berechnet. Wie hoch war das Jahres-Einkommen des Finanzbeamten, welcher die Angaben von Sally Hirsch zu prüfen hatte? Welche Vermögen hatten die Menschen im Jahr 1938 im Durchschnitt?

Ihre Frage lässt sich nur näherungsweise beantworten, da Einkommen und Vermögen 1938 stark von Besoldungsgruppe, Region und sozialer Schicht abhingen. Ich gebe deshalb belastbare historische Durchschnittswerte auf Basis wirtschaftshistorischer Forschung an.


1. Jahres-Einkommen eines Finanzbeamten 1938

Finanzbeamte gehörten zum Reichsfinanzdienst und wurden nach der Reichsbesoldungsordnung bezahlt.

Typische Einkommensspannen (brutto pro Jahr):

Laufbahn Jahresgehalt
Einfacher/mittlerer Dienst (z. B. Steuersekretär) ca. 2.400 – 3.600 RM
Gehobener Dienst (z. B. Steuerinspektor) ca. 3.800 – 5.200 RM
Höherer Dienst (z. B. Regierungsrat beim Finanzamt) ca. 6.000 – 8.000 RM

Ein Beamter, der ein Vermögensverzeichnis prüfte, war typischerweise im gehobenen Dienst tätig.
Ein realistischer Mittelwert liegt daher bei etwa:

ca. 4.500 RM Jahresbrutto (1938)

Zum Vergleich:
Ein Industriearbeiter verdiente 1938 durchschnittlich etwa 1.700–1.900 RM pro Jahr.


2. Durchschnittliches Vermögen der Bevölkerung 1938

Das Vermögen war stark ungleich verteilt. Deutschland war 1938 eine ausgeprägte Klassengesellschaft mit sehr geringer Vermögensbildung in der Arbeiterschicht.

Grobe Vermögensstruktur 1938

Bevölkerungsgruppe Typisches Nettovermögen
Industriearbeiter 0 – 1.000 RM
Angestellte 1.000 – 5.000 RM
Beamte mittlerer Dienst 3.000 – 8.000 RM
Selbständige / Kaufleute 5.000 – 30.000 RM
Oberschicht deutlich über 50.000 RM

3. Statistische Annäherung

Volkswirtschaftliche Berechnungen zeigen:

  • Durchschnittliches Pro-Kopf-Vermögen (arithmetisches Mittel): ca. 4.000–5.000 RM

  • Medianvermögen (also das „typische“ Vermögen): deutlich darunter, vermutlich unter 2.000 RM

Die Mehrheit der Bevölkerung besaß:

  • kein Immobilienvermögen

  • kaum Wertpapiere

  • geringe Ersparnisse


4. Einordnung der 27.656,73 RM (rein rechnerisch)

Ohne Interpretation, rein zahlenmäßig:

  • Entspricht etwa 6–7 Jahresgehältern eines gehobenen Finanzbeamten

  • Entspricht etwa 14–16 Jahresgehältern eines Industriearbeiters

  • Liegt deutlich über dem statistischen Durchschnittsvermögen

Das Nettovermögen von 27.656,73 RM bewegte sich damit im Bereich eines soliden, etablierten selbständigen Kaufmanns mit Immobilienbesitz.


Wenn Sie möchten, kann ich zusätzlich:

  • eine inflationsbereinigte Umrechnung in heutige Euro liefern,

  • oder eine kaufkraftbezogene Einordnung (z. B. Hauspreise, Arbeiterjahre, Goldwertvergleich 1938)


    Abbruch des Dialogs – Die Interpretation erfolgt durch die Leser selbst und kann in Videokonferenzen im Rahmen eines Workshops besprochen werden.