Im Herbst 2017 haben wir in Kassel Räume an wohnungssuchende Studenten vermietet. Einer kommt aus Südchina und hat dort schon einen Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik erworben. Für seinen geplanten Masterabschluss und die Promotion in Deutschland hatte er in China schon intensiv Deutsch gelernt. Solche Paukkurse reichen aber nicht, um hier ein Hochschulstudium zu beginnen. Man benötigt dazu eine bestandene DSH-Prüfung der mittleren Niveaustufe, welche in etwa dem C1 Sprachniveau nach dem Europäischen Referenzrahmen entspricht.
In Intensivkursen einer privaten Sprachschule und der Kasseler Uni vertiefte er die Deutschkenntnisse. Dort sind die Lehrer in der Regel die einzigen deutschen Muttersprachler, mit denen man auf angemessenem Sprachniveau kommunizieren kann. Die Mitschüler kommen aus der ganzen Welt – ausgenommen den deutschsprachigen Ländern. Natürlich fehlt dort die alltägliche Sprachpraxis mit deutschen Akademikern und Fachleuten. Da setzte unser Pilotprojekt mit Yuan Xu an: Nach ersten Übungen zur Sprachpraxis im Kasseler Büro vereinbarten wir regelmäßige Videokonferenzen, um neue Technologie für die Weiterbildung via Internet zu nutzen.
Für die Umsetzung der Videopräsenz nutzten wir die in Deutschland entwickelte BLIZZ-Software von TeamViewer und das Praxis erprobte alfaview®. Das letztgenannte alfaview® hat den Vorteil, dass die klassische Unterrichtssituation am besten im Internet abgebildet wird.
Die Mentoren Karl-Günter Frisch (Architekt) und Konrad Rennert (E-Learning Trainer, Dipl.-Physiker) schalteten sich abends für ca. eine Stunde mit Yuan Xu per Videokonferenz zusammen, um den Aufgabenbereich „Verstehen und Verarbeiten von Hörtexten“ zu vertiefen. Dabei werden 50 bis 100 Zeilen lange Vorträge aus dem wissenschaftlichen Bereich vorgelesen. Es wird dabei über verschiedene thematischen Zusammenhänge informiert. DSH-Kandidaten machen sich schon beim ersten Vortrag Notizen. Nach dem Vortrag erhalten sie die Aufgabenstellung und ein paar Minuten Zeit, um sie zu überdenken. Dann wird der Vortrag ein zweites Mal vorgelesen. Nach der zweiten Vorlesung werden die Fragen vom Kandidaten in ca. 30 Minuten schriftlich beantwortet. Weil die drei Beteiligten an unterschiedlichen Orten Nordhessens wohnen, geschahen die Vorlesungen und die Besprechungen der Antworten per Videokonferenz.
So war der Einsatz von Technik eine Premiere mit Win-Win-Situation: Yuan konnte sich auf die mittlerweile bestandene DSH-Prüfung individuell mit Muttersprachlern vorbereiten und die beiden Mentoren konnten neue Erkenntnisse aus der Anwendung modernster Kommunikationssoftware schöpfen. Die Durchführung von Videokonferenzen wurde für alle zur Routine wobei man nebenbei die interkulturelle Kompetenz erweiterte.

Mit diesen Videopräsenz-Erfahrungen können die Mentoren jetzt Angebote machen, die auf ihrem Berufsleben basieren. Zukünftige Mentees, Coachees oder Kursteilnehmer können aus dem gesamten deutschen Sprachraum kommen. Die Entfernung spielt keine Rolle, wenn man in der oben beschriebenen Weise zusammenarbeitet.
Der Autor (Konrad Rennert) bietet ab dem Herbst zwei VBA-Programmierkurse mit Excel als Videopräsenzkurse an: „Lernerfolge durch Spielspaß“
Mehr Informationen für interessierte Lehrer, Kursleiter und Dozenten erfahren Sie im PDF-Dokument VBA-Programmierkurse und im Video.