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NH-12 | Pflegeheim Kaiserhof

https://stolpersteine-badwildungen.de/stolpersteine.php

KR: Brunnenallee 29, 34537 Bad Wildungen.
Welche gesicherten Erkenntnisse gibt es zu Besitzern und Nutzung des Gebäudes seit etwa 1900?


KI (Gemini-Antwort wurde von ChatGPT überprüft:
Für die Brunnenallee 29 lassen sich anhand regionalhistorischer Forschung wahrscheinliche Besitz- und Nutzungslinien rekonstruieren. Eine vollständig lückenlose Eigentümerkette (z. B. über Grundbücher) liegt öffentlich bislang nicht vor.

1. Jüdisches Kurhotel um 1900–1938 (sehr gut belegt)
Mehrere Quellen belegen, dass sich an der Brunnenallee ein bedeutendes jüdisches Kurhotel befand:

  • Joseph Baruch (1837–1905) betrieb ein koscheres Hotel in Bad Wildungen.

  • Nachfolger waren Berthold und Paula Baruch, die ein als Palasthotel Baruch bezeichnetes Haus führten.

  • Anzeigen und zeitgenössische Hinweise legen nahe, dass dieses Hotel mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Brunnenallee lag und mit dem später sogenannten Kaiserhof identisch oder unmittelbar verbunden war.

Belegt durch:
Alemannia Judaica; Grötecke (Stolpersteine Bad Wildungen).


2. Antisemitische Übergriffe und Verdrängung ab 1933 (belegt, Ort teils offen)
Für das Jahr 1933 sind antisemitische Aktionen gegen jüdische Kurbetriebe in Bad Wildungen dokumentiert, darunter die Störung einer Modenschau eines jüdischen Veranstalters (Rosenfeld).

  • Die Quellen belegen den Vorgang,

  • lassen aber nicht in jedem Fall eindeutig erkennen, ob die Veranstaltung im Gebäude Brunnenallee 29 selbst stattfand.

➡️ Hier ist eine sorgfältige Trennung zwischen Ereignis und Ort notwendig.


3. Entzug des Eigentums / „Arisierung“ (historischer Kontext gesichert)
Die Familie Baruch wurde aus Bad Wildungen verdrängt.
Berthold und Paula Baruch wurden deportiert und ermordet; die genauen Umstände variieren je nach Quelle (Riga/Kaiserwald).

➡️ Gesichert ist: Sie kehrten nicht zurück.


4. Nutzung nach 1940 (teilweise belegt)
Eine Rechnung von 1941 nennt einen K. Schumacher als Betreiber eines Hauses namens „Hotel und Bäder Kaiserhof“.
Ob es sich dabei um dasselbe Gebäude handelt, gilt als sehr wahrscheinlich, sollte aber bauhistorisch abgesichert werden.


5. Nutzung ab 1965 bis heute (gesichert)

  • Ab 1965 wurde das Gebäude Teil des Klinik- und Pflegeverbunds von Werner Wicker.

  • Heute wird der Standort als Pflege- und Betreuungszentrum Kaiserhof im Verbund der Wicker-Gruppe betrieben.


KR: Woher stammen diese Informationen?



Die Angaben stützen sich auf regionalhistorische Forschung und Gedenkarbeit, insbesondere:

  1. Alemannia Judaica – Bad Wildungen
    Anzeigen, Gemeindegeschichte, Hotel Baruch

  2. Johannes Grötecke: Stolpersteine in Bad Wildungen, 2021

  3. Förderkreis Synagoge Vöhl e. V. – Biografische Materialien

  4. Zeitgenössische Dokumente (Rechnungen 1941)

➡️ Für eine endgültige Eigentümerkette wären Grundbuch- und Bauakten erforderlich