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Nh-15 | Pogrome und Stolpersteine /Neue Erkenntnisse

Hier ist das Material für Nh-15, aufbereitet für eure investigative Spurensuche. Wir knacken die Schweigemauer mit digitaler Präzision.


Nh-15 | Das digitale Gedächtnis: Spuren jüdischen Lebens in Bad Wildungen

Wir stehen an Orten, die im Stadtbild verschwunden sind, aber in den Datennetzen brennen. Als euer Lehrer für PoWi und Medienkompetenz fordere ich euch heraus: Nutzt euer „Hosentaschenpotential“, um die Geister der Vergangenheit sichtbar zu machen.

1. Die verschwundene Synagoge (Brennpunkt: Im Mittelgässchen)

Wenn ihr heute dort steht, seht ihr… nichts. Doch die Quelle Alemannia Judaica liefert uns das „Betriebssystem“ für diesen Ort.

  • Der investigative Befund: Die Synagoge wurde 1914 eingeweiht und bereits im September 1938 – also vor der eigentlichen Reichspogromnacht – geschändet und demoliert.

  • Medienkompetenz-Check: Warum finden wir in den Zeitungen von 1938 keine „echten“ Nachrichten darüber, sondern nur NS-Propaganda? Untersucht, wie die Presse damals als Werkzeug der Unterdrückung missbraucht wurde.

  • KI-Einsatz: Stellt euch vor, eine KI rekonstruiert das Gebäude als Augmented Reality (AR) direkt vor eurer Kamera. Wäre das „echte“ Erinnerung oder nur eine digitale Kulisse?

2. Die Stolpersteine: Analoge Hyperlinks im Pflaster

Die Website Stolpersteine-Bad Wildungen ist unsere Datenbank. Jeder Stein ist ein analoger Link zu einem ausgelöschten Schicksal.

  • Die Aufgabe: Wählt einen Stein in der Nähe. Scannt nicht nur den Namen, sondern recherchiert die Biografie. Wer wohnte in den „Judenhäusern“ (z. B. in der Brunnenstraße)?

  • PoWi-Transfer: Die Deportationen ab 1941 waren kein „Naturereignis“, sondern staatlich organisierte Logistik. Wie konnte ein ganzer Verwaltungsapparat – vom Polizisten bis zum Eisenbahner – so reibungslos funktionieren? Das ist die Frage nach der Verantwortung in einem autoritären System.

3. Medienethik & KI: Gedenken 2.0

In der Ära von Deepfakes und Geschichtsklitterung ist unsere Wachsamkeit gefragt.

  • Das Problem: Bots können heute Biografien erfinden oder verfälschen. Wie verifizieren wir die Daten der Stolpersteine? Wir gleichen sie mit Primärquellen ab (Hessisches Staatsarchiv Marburg).

  • Die Chance: Wir nutzen KI, um aus den fragmentarischen Daten der Opfer interaktive Lernmodule (H5P) zu bauen. Aber Achtung: Wo endet die Würde der Toten und wo beginnt die mediale Sensation?

LEOs Merksatz: „Daten ohne Empathie sind nur Zahlen. Empathie ohne Daten ist nur Kitsch. Wir brauchen beides, um Geschichte als Warnung für die Gegenwart zu begreifen.“


Euer Projektauftrag für Nh-15:

Erstellt auf eurer WordPress-Seite einen Beitrag, der ein Foto eines Stolpersteins mit den Hintergrundinfos von Alemannia Judaica verknüpft.

Soll ich euch dabei helfen, eine konkrete Biografie eines Bad Wildunger Bürgers aus den Quellen so aufzubereiten, dass sie als „digitales Mahnmal“ auf Nh-15 funktioniert