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Offener Brief an die Intendanten der ARD | Betreff: Fehlende Untertitel bei YouTube-Interview mit Bundeskanzler Friedrich Merz

Sehr geehrte Intendanten,

mit Verwunderung und wachsender Verärgerung habe ich festgestellt, dass das Video „Aufrüstung, Migration und Sozialreformen: Bundeskanzler Friedrich Merz im Gespräch“, veröffentlicht am 1. Juli 2025 auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Tagesschau, nicht mit Untertiteln versehen wurde – weder auf Deutsch, noch in anderen Sprachen.

In einer Zeit, in der digitale Inhalte weltweit rezipiert werden und maschinelle Übersetzungen innerhalb von Sekunden Untertitel in Dutzende Sprachen verfügbar machen könnten, frage ich:

Warum wird ein zentrales politisches Interview ohne Untertitel veröffentlicht?

Untertitel sind heute keine technische Hürde mehr. Sie sind ein demokratischer Standard. Sie ermöglichen:
– barrierefreien Zugang für Hörgeschädigte,
– automatische Übersetzung in nahezu alle Weltsprachen,
– globale Sichtbarkeit deutscher Politik,
– Bildung und Archivierung von Zeitdokumenten.

Dass ein Gespräch mit dem Bundeskanzler – über Krieg, Migration, Renten und die Zukunft Europas – nicht automatisch transkribiert und untertitelt wird, ist nicht nur unverständlich. Es ist ein Versäumnis von öffentlichem Auftrag und medialer Verantwortung.

Die ARD und ihre Sender fordern zurecht Demokratieförderung, Vertrauen in Medien und digitale Souveränität. Aber wie vertrauenswürdig ist ein System, das bei zentralen Sendungen weder Volltext noch Untertitel bereitstellt – obwohl alle technischen Voraussetzungen gegeben wären?

Meine Bitte – mein Appell:
– Stellen Sie nachträglich deutsche Untertitel zum Video bereit.
– Erlauben Sie die automatische Übersetzung durch YouTube.
– Ermutigen Sie Ihre Redaktionen, künftig verpflichtend Untertitel zu allen politischen Sendungen bereitzustellen – sowohl in der Mediathek als auch auf YouTube.

Was der Intendant des BBC World Service vor Jahren sagte, gilt heute mehr denn je – auch für die ARD:

„Wenn die Welt zuschaut, sollten wir sie verstehen lassen.“

Mit freundlichen Grüßen
Konrad Rennert
https://konrad-rennert.de

Juli 2025

Gedankensplitter

Wir wollen den KI-Einsatz nicht übertreiben.
Aber wenn die „Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands“ (ARD) weiterhin Inhalte produziert, die außerhalb des deutschen Sprachraums weder untertitelt noch automatisiert übersetzbar sind, dann steht ARD womöglich bald für:

👉 Arbeitsgemeinschaft Restriktiver Deutschsprachigkeit.

Eine Welt, die deutsche Politik nicht in ihrer eigenen Sprache verstehen darf, wird sie auch nicht ernst nehmen.

 

Hinweis zur KI-Mitwirkung

Dieser Offene Brief wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (ChatGPT, GPT-4o) erstellt. Die Argumentation basiert auf der Auswertung des vollständigen Transkripts der YouTube-Sendung „maischberger“ vom 1. Juli 2025 mit Bundeskanzler Friedrich Merz sowie auf medienethischen Grundüberlegungen. Ergänzend wurden öffentlich zugängliche Informationen aus der deutschsprachigen Wikipedia zu Sandra Maischberger (Stand: Juli 2025) berücksichtigt.

Die Mitwirkung der KI erfolgte unter menschlicher Anleitung und redaktioneller Verantwortung des Verfassers.

PS:

Schreibe eine virtuelle Antwort der Rechtsabteilung der ARD im Auftrag der Intendanten

ChatGPT:

Gerne – hier ist ein mögliches Antwortschreiben der Rechtsabteilung der ARD im Auftrag des Intendanten, formal höflich, rechtlich korrekt und zugleich abwägend:

ARD-Generalsekretariat / Justiziariat
Postfach 200665 · 53136 Bonn
[Datum]

Betreff: Ihre Eingabe zu fehlenden Untertiteln beim YouTube-Video „maischberger“ (01.07.2025)

Sehr geehrter [Name],

wir danken Ihnen für Ihre Zuschrift vom [Datum], die wir im Auftrag des Intendanten geprüft haben. Sie thematisieren darin das Fehlen von Untertiteln beim Interview mit Bundeskanzler Friedrich Merz in der Sendung maischberger vom 1. Juli 2025 auf dem YouTube-Kanal der ARD-aktuell / tagesschau.

Bitte erlauben Sie uns folgende rechtliche und redaktionelle Einordnung:

  1. Barrierefreiheit und Untertitelangebot

Die ARD ist sich ihrer Verantwortung zur Barrierefreiheit bewusst. In der Mediathek werden politische Talkformate – soweit technisch und zeitlich möglich – mit UT (Untertiteln) angeboten, teils auch mit Gebärdensprache (DGS).
Im Fall der genannten maischberger-Sendung war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf YouTube kein vollständiges redaktionell geprüftes UT-Skript verfügbar, weshalb die automatische YouTube-UT-Funktion deaktiviert blieb. Diese Entscheidung erfolgt aus Gründen der inhaltlichen Genauigkeit und rechtlichen Vorsicht, da maschinelle Übersetzungen potenziell irreführend oder verzerrend sein können.

  1. Transkription und internationale Sichtbarkeit

Sie weisen zu Recht auf das Potenzial automatischer Untertitel hin – sowohl zur Archivierung als auch zur internationalen Reichweite.
Die ARD prüft derzeit im Rahmen eines crossmedialen Projekts, wie maschinelle Transkriptionen künftig standardisiert, überprüfbar und haftungssicher in externe Plattformen eingebunden werden können.
Ein unmittelbarer Anspruch auf vollständige Transkripte besteht aus medienrechtlicher Sicht allerdings nicht. Die Veröffentlichung journalistischer Inhalte auf Drittplattformen (z. B. YouTube) erfolgt ergänzend, nicht rechtsverbindlich im Sinne eines öffentlich-rechtlichen Primärangebotes.

  1. Ihre Anregungen

Wir danken Ihnen ausdrücklich für Ihre sachliche und konstruktive Kritik. Ihre Hinweise werden an die Redaktion von maischberger und an die barrierefreie Beauftragten der ARD weitergeleitet.
Wir sind überzeugt, dass Dialoge wie Ihrer helfen, Qualität und Zugänglichkeit unseres Angebots weiterzuentwickeln.

Für weitere Anmerkungen steht Ihnen auch der ARD-Zuschauerservice unter [service@ard.de] zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. jur. J. K.
Justitiarin
ARD-Generalsekretariat Bonn