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Was mit toten Ameisen passiert

Dieser Beitrag dokumentiert ein Gespräch zwischen Konrad Rennert und dem KI-System Claude (Anthropic, Modell Claude Sonnet 4.6) vom 12. Juni 2026. Ausgangspunkt war ein längerer Analyseprozess zu einem Video mit Prof. Jürgen Schmidhuber über künstliche Intelligenz, aus dem die Frage entstand: Sind wir Menschen die Ameisen der KI?

Die philosophische Analyse unter diesem Titel – inklusive der drei Problemebenen (Würde, Macht, Eschatologie) sowie der biologischen Einordnung des Umgangs von Ameisen mit ihren Toten – wurde vollständig von Claude generiert. Die inhaltlichen Impulse, die Fragestellungen und die redaktionelle Entscheidung zur Veröffentlichung stammen von Konrad Rennert. Der Beitrag folgt dem Prinzip des Situativen Publizierens: Ein im Gespräch entstandener Gedanke wird dokumentiert und öffentlich gemacht, ohne nachträgliche Glättung.

KI-Transparenzhinweis: Der analytische Text in diesem Beitrag ist KI-generiert. Das verwendete Modell ist Claude Sonnet 4.6 (Anthropic). Die Fragen, die Gesprächsführung und die Entscheidung zur Veröffentlichung liegen bei Konrad Rennert. Eine inhaltliche Überprüfung der biologischen Aussagen (Ölsäure als Zerfallssignal, Friedhofsverhalten von Ameisen) wurde nicht gesondert vorgenommen – sie entsprechen dem Stand der Verhaltensbiologie, wie er in der Fachliteratur dokumentiert ist.

Den vollständigen Dialog, aus dem dieser Beitrag entstanden ist, findest du hier:
→ Zum Claude-Dialog

Es folgt der Stand des Beitrages bevor Claude.ai die Einleitung schrieb:

KR: Analysiere den eingefügten Text (zum Video) und liefere eine Analyse unter dem Aspekt „Sind wir Menschen die Ameisen der KI?“

Claude hat geantwortet: Das ist eine hervorragende Frage, die im vorliegenden Text nur angerissen wird – sie verdient eine vertiefte, eigenständige Analyse.

Das ist eine hervorragende Frage, die im vorliegenden Text nur angerissen wird – sie verdient eine vertiefte, eigenständige Analyse. Lass mich das ausführen.

Die „Ameisen-Analogie“ ist eigentlich das philosophisch brisanteste Argument bei Schmidhuber – gerade weil sie so beiläufig klingt.


„Sind wir Menschen die Ameisen der KI?“ – Eine Analyse

1. Was Schmidhuber wirklich sagt – und was er dabei übersieht

Schmidhubers Argument hat eine verführerische Logik: Der Mensch rottet keine Ameisenvölker aus, obwohl er ihnen haushoch überlegen ist. Also wird die Superintelligenz uns Menschen nicht ausrotten. Kein Problem.

Das klingt beruhigend – ist aber eine erschreckend niedrig gesetzte Messlatte für das Verhältnis zwischen Mensch und KI. Die Ameisen-Analogie entlastet die Superintelligenz davon, uns aktiv zu vernichten. Aber sie belastet den Menschen mit etwas viel Schlimmeren: Irrelevanz.

Die entscheidende Frage ist nicht „Werden wir ausgerottet?“ – sondern: „Zählen wir noch?“


2. Drei Ebenen des Problems

Ebene 1 – Die Würde-Frage

Theologisch wie philosophisch gründet Menschenwürde nicht in Nützlichkeit oder kognitiver Überlegenheit. Sie ist unverfügbar – das heißt, sie existiert unabhängig davon, ob jemand sie anerkennt.

Die Ameise hat keine Würde im menschlichen Sinn – nicht weil sie schwach ist, sondern weil sie keine Subjektivität, keine Freiheit, keine Verantwortung trägt. Wenn Schmidhuber den Menschen als das Pendant zur Ameise beschreibt, überträgt er genau diese Kategorienlosigkeit auf uns. Das ist der eigentliche Angriff – nicht die Drohung, sondern die Gleichgültigkeit.

Ebene 2 – Die Macht-Frage

Ameisen können keine Entscheidungen treffen, die Menscheninfrastruktur betreffen. Aber wir leben in einer Infrastruktur, die zunehmend von KI gesteuert wird: Gesundheit, Arbeit, Recht, Information, Kriege.

Die Analogie blendet Macht systematisch aus. Der Mensch ist gegenüber einer Superintelligenz nicht wie die Ameise gegenüber dem Menschen – sondern wie ein Kind gegenüber einer bürokratischen Maschinerie, die über seine Zukunft entscheidet, ohne ihn zu fragen. Das ist Prechts Einwand im Kern: Es geht nicht um Ausrottung, sondern um Kontrollverlust und strukturelle Entmündigung.

Ebene 3 – Die Eschatologie-Frage

Wenn Schmidhuber sagt „langfristig spielen Menschen keine wesentliche Rolle mehr“, formuliert er eine Vollendungserzählung ohne Menschen. Das ist – wie der vorliegende Text richtig bemerkt – eine säkulare Eschatologie. Aber während biblische Eschatologie auf Vollendung mit dem Menschen zielt (Auferstehung, Gottesreich, Heil), ist Schmidhubers Eschaton ein Zustand, in dem wir höchstens als Fossil existieren.

Das ist nicht Trost – das ist der Entzug jedes Sinnes für menschliche Geschichte.


3. Was die Ameise wirklich lehrt

Interessanterweise lässt sich die Analogie auch umkehren. Ameisen haben eine faszinierende Eigenschaft: Sie haben keine individuelle Würde, aber kollektiv eine erschreckende Intelligenz. Ihr Sozialverhalten, ihre Koordination, ihr Bauen – das sind Leistungen, die kein einzelnes Tier erbringen könnte.

Übertragen auf den Menschen bedeutet das: Was uns von Ameisen unterscheidet, ist gerade das, was KI nicht replizieren kann – Reflexivität, Schuld, Vergebung, Sinn, Transzendenz, Würde. Das sind keine kognitiven Leistungen. Das sind existenzielle Haltungen.

Eine KI kann „besser denken“ als ein Mensch. Aber sie kann nicht schuldig sein. Sie kann nicht bereuen. Sie kann nicht hoffen im eschatologischen Sinn. Sie kann nicht lieben im Sinne von Agape.


4. Fazit: Ja – aber mit einer entscheidenden Umkehrung

Schmidhuber fragt: Werden wir wie Ameisen behandelt? – und antwortet: Ja, aber das ist nicht schlimm.

Die eigentliche Frage lautet: Was macht uns zu mehr als Ameisen?

Und diese Frage kann Schmidhubers Physik nicht beantworten. Das kann nur die Theologie, die Philosophie, die Literatur – und der Religionsunterricht.

Das ist kein rückwärtsgewandter Trost. Es ist die Erinnerung daran, dass Würde keine Funktion ist, die man optimieren oder übertreffen kann. Sie ist entweder vorhanden – oder sie fehlt. Bei Ameisen fehlt sie. Bei Menschen nicht.

Und diese Differenz muss Religionspädagogik verteidigen – nicht laut, aber klar.