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LearningLounge-Eine biografische, pädagogische und digitale Spurensuche

Dieser Blogbeitrag (Rennert, 2026) wurde unter Nutzung von ChatGPT und Claude erstellt und vom Autor inhaltlich geprüft und redaktionell bearbeitet.

Einleitung

Die LearningLounge ist das Resultat von mehr als vier Jahrzehnten beruflicher und pädagogischer Erfahrung von Konrad Rennert. Sie antwortet auf eine Frage, die ihn seit den frühen Jahren des Personal Computers beschäftigt: Wie können Menschen digitale Werkzeuge so einsetzen, dass sie selbstständiger, urteilsfähiger und handlungsfähiger werden?

Mit dem Aufkommen generativer KI stellt sich diese Frage neu: Was müssen Menschen noch selbst lernen, wenn Maschinen immer mehr Arbeit abnehmen? Und was müssen sie erst recht lernen, damit sie deren Ergebnisse beurteilen und verantwortungsvoll verwenden können?

Rennert beschreibt die LearningLounge als eine Art „VHS 2.0“ oder „Virtuelle Private Heimvolkshochschule“: einen flexiblen digitalen Lernraum, in dem Menschen nicht bloß Unterricht konsumieren, sondern gemeinsam an konkreten Fragestellungen arbeiten, Erfahrungen austauschen und ihre Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren. Lernen und Lehren sollen auf Abruf möglich sein, ohne zum anonymen Selbstbedienungskurs zu werden.

Der Beitrag verfolgt, wie diese Idee entstand (Kapitel 1 und 2), was sie pädagogisch auszeichnet (3 und 4), wie sie sich in den W-Fragen darstellt (5), wo ihre Lernfelder liegen (6) und was sich noch bewähren muss (7 und 8). Am Ende steht ein Verzeichnis ausgewählter Videos, die das Konzept an Beispielen zeigen.

Zur Entstehung dieses Beitrags

Der Text beruht auf einem Dialog mit ChatGPT, den Konrad Rennert redaktionell bearbeitet und gekürzt hat. Der vollständige Chat ist online nachlesbar. Die beiden Aufträge lauteten:

Prompt 1: Erstelle mit dem gesamten Wissen, welches Du über mich hast, einen Aufsatz mit dem Thema „Die Idee der LearningLounge von Konrad Rennert“. Wie kam es dazu? Und liefere die Beantwortung der W-Fragen.

Prompt 2: Welche Videos aus der YouTube-Hitliste vom 10. Oktober 2026 können in einer Art Videoverzeichnis, ähnlich einem Literaturverzeichnis, für interessierte Leser angeboten werden?

Die Texte sind ein redaktionell weiterzuentwickelnder Entwurf. Die Abgrenzung zwischen bereits erprobten Formaten, geplanten Angeboten und langfristigen Zielen sollte jeweils geprüft werden; der Beitrag kennzeichnet sie an den betreffenden Stellen.


1. Die biografischen Wurzeln der Idee

Die LearningLounge entstand nicht am Reißbrett, sondern aus einem langen Berufsleben zwischen Physik, Informatik und Erwachsenenbildung. Drei Stationen prägen sie besonders.

Der Physiker: Zusammenhänge erkennen und erklären. Konrad Rennert studierte Physik in Göttingen (Schwerpunkt Geophysik) und schloss 1982 mit dem Diplom ab. Er schreibt einem seiner Professoren wesentlichen Anteil daran zu, dass er gelernt hat, aus Daten Erkenntnisse zu gewinnen und diese verständlich zu vermitteln. Daraus folgt für ihn: Digitale Bildung heißt nicht, möglichst viele Informationen bereitzustellen, sondern Lernende zu befähigen, Informationen einzuordnen und daraus eigene Handlungen abzuleiten.

Der Computertrainer: Lernen mit neuen Werkzeugen. 1983 kam Rennert mit der Apple-Welt in Berührung, es folgten Computerhandel und Schulung. Auf der Hannover Messe 1985 präsentierte er frühe Versionen von Tabellenkalkulations- und Textverarbeitungssoftware. Seit 1987 arbeitet er selbstständig, schulte über Jahre Beschäftigte (unter anderem bei B. Braun in Melsungen) und war später Online-Dozent für alfatraining in Karlsruhe. Seine Themen reichten von Word, Excel, PowerPoint und Outlook über Internetanwendungen und IT-Sicherheit bis zum Europäischen Computerführerschein (ECDL/ICDL).

Seine zentrale Erfahrung daraus: Ein Programm zu bedienen ist nicht dasselbe, wie es sinnvoll einzusetzen. Wer die Funktionen einer Tabellenkalkulation kennt, scheitert womöglich trotzdem an einem realen Problem. Umgekehrt erkennt, wer eine konkrete Aufgabe löst, welche Funktionen er braucht und warum sich das Lernen lohnt. Nicht die Funktionsliste, sondern die Situation, in der ein Werkzeug gebraucht wird, sollte der Ausgangspunkt sein.

Der Erwachsenenbildner: Unterschiedliche Menschen brauchen unterschiedliche Wege. Rennert unterrichtete ältere Menschen, Arbeitssuchende, Menschen mit Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache und Beschäftigte in der Weiterbildung. Vorkenntnisse, Lernbiografien und Ziele unterscheiden sich in solchen Gruppen erheblich. Ein standardisierter Kurs schafft einen gemeinsamen Rahmen, kann aber nicht allen zur gleichen Zeit dieselbe Unterstützung bieten. Hier liegt die Grenze des klassischen Frontalunterrichts. Es geht nicht darum, Unterricht abzuschaffen, sondern die gemeinsame Zeit anders zu nutzen: weniger für Informationen, die sich selbstständig erschließen lassen, mehr für Fragen, Diskussionen, Rückmeldungen und Anwendung.

2. Die Entwicklung: Von der VHS 2.0 zur KI-gestützten Lerncommunity

Vorstufen seit 2019. Die Geschichte der LearningLounge beginnt nicht erst mit ChatGPT. Schon 2019 beschäftigte sich Rennert mit Live-Kursen per Videokonferenz und dem Konzept „VHS 2.0“ (Manifest für eine VHS2.0). Teilnehmende bearbeiten zunächst selbstständig Materialien und Aufgaben; die gemeinsame Zeit gehört danach den Rückfragen, Diskussionen, Übungen und der gegenseitigen Unterstützung. Das entspricht dem Prinzip des Flipped Classroom. Rennert erprobte und diskutierte dieses Vorgehen über mehrere Jahre; seine Erfahrungen mit Online-Lehre und Videokonferenzen, insbesondere mit alfaview, flossen ein.

Technik allein genügt nicht. Mit der Pandemie wurden Videokonferenzen alltäglich. Doch eine ins Netz verlegte Vorlesung ist ebenso ermüdend wie im Klassenzimmer, eine gefüllte Lernplattform wird nicht automatisch bearbeitet, und eine technisch einwandfreie Konferenz kann inhaltlich oberflächlich bleiben. Für Rennert ist Technik daher Mittel, nicht Selbstzweck. Entscheidend ist der gesamte Lernprozess: Was bereiten die Teilnehmenden vor? Welche Aufgabe bearbeiten sie gemeinsam? Wie erhalten sie Rückmeldung, wie dokumentieren sie ihren Fortschritt, und wie können sie später zeigen, was sie gelernt haben? Videokonferenzen, Lernplattformen, H5P, Videos und gemeinsame Dokumente übernehmen dabei jeweils unterschiedliche Aufgaben.

2025: Das Konzept erhält ein Profil. Im Januar 2025 stellte Rennert die LearningLounge öffentlich als Konzept für eine flexible, KI-gestützte Online-Weiterbildung vor; die Premiere war für den 24. Januar 2025 angekündigt (Video zur Vorstellung). Aus der virtuellen Volkshochschule wurde der Entwurf einer Lerncommunity: nicht ein umfangreicher Kurskatalog steht im Mittelpunkt, sondern die Verbindung von vorhandenen Materialien, eigenen Projekten, digitaler Zusammenarbeit und individueller Unterstützung.

Die Rolle der Lehrenden. KI kann Erklärungen liefern, Texte strukturieren, Übungsaufgaben entwickeln und Lösungswege vergleichen, also einen Teil dessen, wofür Lehrkräfte früher viel Zeit aufwenden mussten. Rennert sieht darin keinen Grund, Lehrende überflüssig zu machen. Wenn Informationen jederzeit abrufbar sind, wird es wichtiger, Lernende beim Prüfen, Einordnen und Anwenden zu begleiten.

3. Was macht die LearningLounge pädagogisch anders?

Die Besonderheit liegt weniger in einem einzelnen Werkzeug als in der Organisation des Lernens. Fünf Prinzipien ergänzen einander:

  1. Kleine Gruppen statt anonymer Massenkurse. Gruppen von etwa drei bis vier Personen ermöglichen es, Fragen zu stellen, Lösungswege zu vergleichen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Gruppe ist kein Publikum, sondern Teil des Lernprozesses.
  2. Selbstständige Vorbereitung statt dauernder Wissensvermittlung. Erklärvideos, digitale Unterlagen und KI-Assistenten bereiten vor. Die gemeinsame Zeit gehört der Anwendung und den offenen Fragen.
  3. Situatives Lernen statt Funktionslisten. Ausgangspunkt ist eine konkrete Aufgabe. Wer Daten in Excel auswerten will, lernt die nötigen Funktionen im Zusammenhang mit dem eigenen Problem.
  4. Portfolio statt ausschließlich standardisierter Prüfungen. Arbeitsproben, Screenshots, eigene Erklärungen oder der Vergleich unterschiedlicher Lösungswege machen sichtbar, was Lernende tatsächlich selbst erarbeitet haben.
  5. Mentoring statt dauernder Kontrolle. Die Lehrperson begleitet, hilft bei Schwierigkeiten und gibt Rückmeldung, statt jede Information selbst vorzutragen.

Keines dieser Elemente trägt allein: Eine kleine Gruppe garantiert noch kein gutes Lernen, selbstständige Vorbereitung kann bei unverständlichen Materialien überfordern, und ein Portfolio wird ohne Reflexion zum Sammelordner. Die Qualität hängt davon ab, wie gut sie verbunden werden: Die Aufgabe muss zum Lernenden passen, das Material muss bei der Bearbeitung helfen, der Austausch muss Mehrwert schaffen, und die Dokumentation muss echte Erkenntnisse über den Lernfortschritt ermöglichen.

4. Die Rolle der KI: Ein Werkzeug, das Urteilskraft verlangt

Rennerts Haltung lässt sich in einem Grundsatz zusammenfassen: „KI ist ein guter Diener, aber kein guter Meister.“

KI kann formulieren, Beispiele erzeugen, übersetzen und beim Lösen von Problemen helfen. Sie kann aber auch falsche Angaben machen, Quellen verwechseln, Unsicherheiten verschleiern und überzeugend klingende, nicht belastbare Antworten liefern. KI-Kompetenz bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Prompts zu beherrschen, sondern zu verstehen, welche Aufgaben sich für KI eignen, wie Ergebnisse geprüft werden und wann menschliches Wissen, Erfahrung oder Verantwortung unverzichtbar bleiben.

Beispiel aus der Excel-Weiterbildung: Eine Teilnehmerin will Verkaufszahlen auswerten. Sie betrachtet die Daten zunächst selbst, formuliert eine Hypothese und erstellt eine erste Tabelle oder Grafik. Dann bittet sie eine KI um alternative Auswertungen. Im Vergleich zeigt sich: Welche Darstellung beantwortet die Frage am besten? Welche Annahmen stecken in den Berechnungen? Sind die Ergebnisse plausibel? Der Lerneffekt liegt nicht darin, dass die KI die Aufgabe schnell erledigt, sondern darin, dass die Teilnehmerin durch den Vergleich ihre Urteilsfähigkeit erweitert. Die LearningLounge macht solche Vergleiche zum Lerngegenstand und beurteilt menschliche und maschinelle Ergebnisse anhand nachvollziehbarer Kriterien.

Zwei weitere Punkte gehören zur digitalen Mündigkeit:

  • Transparenz: Wirkt KI an Lernmaterialien, Texten oder Bildern mit, sollte erkennbar sein, welche Rolle sie spielte und wer die fachliche Verantwortung trägt. Rennerts Praxis, KI-Mitwirkung zu kennzeichnen, entspricht diesem Anspruch.
  • Datenschutz: Lernende müssen wissen, welche personenbezogenen oder vertraulichen Informationen in einen Dienst eingegeben werden dürfen, und digitale Abhängigkeiten kritisch beurteilen können. Das ist kein Nebenthema.

5. Die W-Fragen im Überblick

FrageAntwort
Wer?Konrad Rennert, Diplom-Physiker, langjähriger IT-Trainer, Erwachsenenbildner und Publizist. Die LearningLounge ist als Projekt der bluepages GmbH angelegt; langfristig strebt er die Zusammenarbeit mit Lehrenden, Einrichtungen und weiteren Partnern an.
Was?Ein digitaler Lern- und Arbeitsraum, der selbstständiges Lernen, kleine Gruppen, KI-Unterstützung und persönliches Mentoring verbindet (Kapitel 3).
Warum?Digitale Technik eröffnet viele Möglichkeiten, befähigt aber nicht automatisch zu selbstständigem, verantwortungsvollem Handeln. Klassische Kurse sind zeitlich und inhaltlich festgelegt, reine Selbstlernangebote lassen Menschen mit Schwierigkeiten oft allein.
Wie?Selbstständige Vorbereitung, konkrete Aufgaben, Austausch in kleinen Gruppen, KI-gestützte Recherche, persönliche Rückmeldung, Portfolio.
Wann?Möglichst flexibel. Materialien werden selbstständig bearbeitet, gemeinsame Termine dienen Austausch, Projektarbeit und Klärung von Fragen; die Zeiten richten sich nach Angebot und Gruppe.
Wo?Im virtuellen Lernraum (Lernplattform und Videokonferenz). Perspektivisch sind auch regionale Gruppen und persönliche Begegnungen denkbar.
Für wen?Berufstätige, Arbeitssuchende, ältere Menschen, Lehrende, Lernende mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen und Menschen, die nach dem Berufsleben Wissen weitergeben möchten.
Womit?Je nach Vorhaben Videokonferenz, WordPress, Moodle, H5P, Lernvideos, Office-Anwendungen und KI-Dienste. Maßgeblich sind Lernziele, Datenschutz und vorhandene Fähigkeiten, nicht die Attraktivität einer Software.
Wieviel?Abhängig von Angebot, Betreuungsintensität und Finanzierung. Rennert hat unterschiedliche Modelle für kostengünstigen Zugang und Mentoring vorgestellt; einen einheitlichen Preis gibt es nicht.
Wohin?Menschen sollen digitale Technologien selbstbestimmt einsetzen, ihre Kenntnisse weiterentwickeln und Erfahrungen für andere nutzbar machen. Langfristig kann daraus eine gemeinschaftlich getragene Bildungsinitiative für digitale Mündigkeit, offene Bildungsressourcen und generationenübergreifendes Lernen entstehen.

6. Welche Lernfelder eignen sich besonders?

Die LearningLounge soll nicht auf einen Kurs oder ein Programm beschränkt bleiben, sondern unterschiedliche Themen mit einer gemeinsamen Lernmethode bearbeiten:

  • Excel und digitale Arbeitskompetenz: Tabellen analysieren, Berechnungen nachvollziehen, Daten visualisieren, selbst erarbeitete Lösungen mit KI-Vorschlägen vergleichen.
  • IT-Sicherheit und Datenschutz: Phishing erkennen, sicher kommunizieren, Passwörter und Zugriffsrechte verstehen, Risiken digitaler Dienste beurteilen.
  • KI-Kompetenz für Bildung und Beruf: Prompts entwickeln, Antworten prüfen, Lernmaterialien erstellen, KI-Systeme kritisch vergleichen.
  • Wissensrecherche, Archive und digitale Geisteswissenschaften: Historische Quellen erschließen, maschinelle Texterkennung überprüfen, Wikipedia-Sprachräume vergleichen. Rennerts Arbeit mit historischen Dokumenten und dem GlobalYearbook bietet dafür Anknüpfungspunkte.
  • Eigene Projekte und berufliche Portfolios: Fachkenntnisse dokumentieren, Bewerbungsunterlagen verbessern, digitale Veröffentlichungen oder Bildungsideen entwickeln.

Diese Felder stehen nicht isoliert nebeneinander. Wer eine historische Quelle mit KI transkribiert, braucht zugleich Recherchekompetenz, Textverarbeitung, Quellenkritik und Datenschutzwissen. Solche Verbindungen entsprechen dem situativen Ansatz.

7. Die persönliche Motivation und der Weg zum Gemeinschaftsprojekt

Nach Jahrzehnten in IT-Schulung und Erwachsenenbildung muss Rennert nicht mehr beweisen, dass er Kurse durchführen kann. Mit dem Übergang in den Ruhestand beziehungsweise die Aktivrente stellt sich die Frage, wofür er Zeit und Erfahrung einsetzen möchte. Das Projekt soll wirtschaftlich tragfähig sein können, doch es geht nicht allein um den Verkauf von Unterrichtsstunden, sondern um Weitergabe von Wissen und um das Zusammenbringen von Menschen, die einander unterstützen können.

Das Archiv als Fundus. Erklärvideos, Lernmaterialien, Publikationen und Arbeitsblätter aus Jahrzehnten bilden ein digitales Archiv. Die LearningLounge könnte helfen, es zu erschließen, aktuell zu halten und für neue Lernprojekte zu nutzen. Sie wäre dann nicht Plattform für fertige Inhalte, sondern ein Ort, an dem Materialien weiterentwickelt und neue gemeinsam produziert werden.

Generationenübergreifend lernen. Ältere bringen Erfahrung und Fachwissen mit, Jüngere andere technische Routinen und neue Fragen. Eine gute Lerngemeinschaft kann beide ins Gespräch bringen, ohne Erfahrung automatisch mit technischer Kompetenz oder Jugend automatisch mit Innovationsfähigkeit gleichzusetzen.

Gemeinnützigkeit als Entwicklungsziel. Die LearningLounge ist mit der bluepages GmbH verbunden. Perspektivisch verfolgt Rennert die Idee, die Aktivitäten in eine gemeinnützige Gesellschaft zu überführen, sofern geeignete Partner gefunden werden und die Voraussetzungen erfüllt sind. Das ist ein Ziel, keine abgeschlossene Umwandlung.

Weitergabe statt Einzelleistung. Rennert möchte nicht ausschließlich selbst unterrichten. Ein weiterentwickeltes Konzept müsste anderen ermöglichen, eigene Angebote einzubringen und Lerngruppen zu organisieren. Die Leitfrage lautet daher nicht nur, wie er seine Kenntnisse weitergeben kann, sondern wie aus seiner Erfahrung ein Lernmodell wird, das andere selbstständig fortführen.

8. Kritische Würdigung: Was muss sich noch bewähren?

Eine überzeugende Idee ist noch kein dauerhaft funktionierendes Bildungsmodell. Sechs Fragen sind offen:

  1. Verbindlichkeit: Selbstorganisiertes Lernen setzt Eigeninitiative voraus. Kleine Gruppen helfen, brauchen aber klare Absprachen, erreichbare Ziele und gute Moderation.
  2. Finanzierung: Kostenlose Materialien und KI senken Ausgaben, doch Betreuung, Infrastruktur und hochwertige Angebote verursachen Aufwand. Zu klären ist, was kostenfrei bleibt, was über Mitgliedschaften oder Beiträge und was über Kooperationen oder Fördermittel läuft.
  3. Qualitätsnachweis: Ein Portfolio macht Fortschritte sichtbar, ersetzt aber nicht automatisch Prüfung oder anerkannten Abschluss. Zu unterscheiden sind selbst dokumentierte Kompetenzen, fachlich geprüfte Arbeitsergebnisse und formale Qualifikationen.
  4. KI und Lernen: Löst eine KI die Aufgabe vollständig, entsteht ein gutes Ergebnis ohne Verständnis. Nötig sind Aufgaben, bei denen Lernende Entscheidungen begründen, Ergebnisse prüfen und ihre Leistung nachvollziehbar dokumentieren.
  5. Datenschutz und Selbstbestimmung: Plattformwahl, Umgang mit Daten und Anbieterabhängigkeit müssen regelmäßig überprüft werden und in den Lernaufgaben praktisch erfahrbar sein, nicht nur in der Datenschutzerklärung stehen.
  6. Gemeinschaft: Eine Plattform ist zunächst nur ein technischer Ort. Gemeinschaft entsteht durch gemeinsame Interessen, Vertrauen, regelmäßige Aktivität und das Gefühl, dass die eigene Mitwirkung etwas bewirkt.

Nächster Schritt: ein überschaubarer Pilot mit wenigen Teilnehmenden, einem klar umrissenen Thema und fester Laufzeit. Er soll zeigen, wie regelmäßig die Teilnehmenden arbeiten, welche Unterstützung sie brauchen, welche Lernergebnisse entstehen und ob sie sich dauerhaft einbringen wollen. Seine Ergebnisse werden dokumentiert und fließen in die Weiterentwicklung ein.

9. Schluss: Ein lebenslanges Lern- und Lehrprojekt

Von frühen Macintosh-Anwendungen über Bürosoftware und internetgestützte Weiterbildung bis zu KI-Assistenten hat Rennert erlebt, wie sich die Werkzeuge der Arbeit verändern. Die Aufgabe blieb: Menschen sollen Werkzeuge nicht nur bedienen, sondern verstehen und sinnvoll einsetzen. Der Mensch bleibt zuständig für die Ziele, für die Beurteilung der Ergebnisse und für die Verantwortung seines Handelns. Digitale Kompetenz schließt die Fähigkeit ein, Informationen kritisch zu beurteilen, mit anderen zusammenzuarbeiten und die Folgen des eigenen Handelns zu bedenken.

Ob die LearningLounge ihr Potenzial entfaltet, hängt nicht von der Zahl der Programme oder der Leistung einzelner KI-Systeme ab, sondern davon, ob Menschen darin tatsächlich besser lernen, ihre Fähigkeiten erweitern und einander unterstützen.

Die LearningLounge ist nicht die digitale Fortsetzung eines klassischen Computerkurses, sondern der Versuch, aus jahrzehntelanger Erfahrung ein Lernmodell zu entwickeln, das Menschen befähigt, selbstständig weiterzulernen.

Mit KI und Erfahrung sicher digital arbeiten – und dabei lernen, selbst zu urteilen, statt sich von Werkzeugen das Denken abnehmen zu lassen.


Weiterführende Veröffentlichungen

Weiterführende Videos: Die LearningLounge in der Praxis

Die Auswahl folgt nicht der Zahl der Aufrufe, sondern dem inhaltlichen Bezug zur LearningLounge. Die Videos sind thematisch geordnet; ältere Beiträge dokumentieren Vorstufen und Erfahrungen, nicht notwendig die heutigen Prinzipien in voller Form. Einzelne Videos haben englischsprachige KI-Audiospuren. Die vollständige Liste mit allen Aufrufzahlen steht in der YouTube-Hitliste.

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Konzept und Vorläufer

Situatives und selbstgesteuertes Lernen

KI, Quellenkritik und verantwortliches Lernen

Mehrsprachigkeit und offene Bildungsressourcen

Lernen vor Ort und in der Region

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