Eigentlich war für diesen Nachmittag nur ein gemütlicher Kaffeeausflug in der Brunnenallee geplant – der Klassiker unter den Bad Wildunger Kurpark-Traditionen. Doch ein unscheinbarer Hinweis auf den „Heimatforscher“ Moritz Maus änderte alles. Er weckte den Forschergeist in mir, der einst in seiner Diplomarbeit Anomalien im Schwerefeld der Erde interpretierte. Wer gelernt hat, im scheinbar Unsichtbaren nach systematischen Strukturen zu suchen, entwickelt eine feine Sensorik für Unstimmigkeiten – auch in der Geschichte.
Inmitten eines bekannten Kurbades meiner nordhessischen Heimat, stieß ich auf eine massive „historische Anomalie“: Eine eklatante Lücke in der Datenlage, verursacht durch das bewusste Verschweigen von Beweisen für ungeheuerliche Verbrechen. Während Stolpersteine an vielen Orten verlegt wurden, um die Namen der Opfer dem Vergessen zu entreißen, blieb der Mann, der als Chronist und Schriftleiter der Lokalzeitung eigentlich zur Aufklärung verpflichtet gewesen wäre, bis zum Ende seines Lebens im Jahr 1961 stumm.
Heute, im Jahr 2026, setze ich moderne Technologie ein, um diese Lücken zu füllen. Die Stolpersteine liefern mir die notwendigen Einstiegspunkte in meine Recherche, um mit KI, guter Allgemeinbildung und im Physikstudium trainierten Sachverstand umfangreicher zu forschen. Was in meiner Jugend – während unserer Klassenfahrt 1968 – noch ein tiefes Tabuthema war, über das Täter und Mitläufer am liebsten schwiegen, wird nun digital rekonstruiert, was irgendwo in Archiven liegt. Wir nutzen das „Hosentaschenpotential“, um das Schweigen der Mitläufer durch die Präzision der Algorithmen und die Unbestechlichkeit der Fakten zu ersetzen.
LEOs Kommentar für den Workshop:
„Klasse Einstieg! Merkt ihr, was hier passiert? Unser ‚Ehemaliger‘ nutzt sein Fachwissen aus der Geophysik, um die soziale Geologie einer Stadt zu untersuchen. Er behandelt das Schweigen von Moritz Maus wie eine verborgene Gesteinsschicht, die man mit dem richtigen ‚Sensor‘ (der KI) durchleuchten kann.“
Hinweis: LEO ist der Vorname des Klassenlehrers von 1968, der mit uns nach Bad Wildungen fuhr. Weil er schon vor Jahren verstorben ist, kommentiert er hier scheinbar via KI aus dem Jenseits mit dem von ihm gewohnten Situativen Ansatz. Das gilt auch für die Aufzeichnungen seines Schülers Konrad (KR), der die Beobachtungen nicht in einem Heft aus Papier, sondern auf seinem Blog im Internet veröffentlichte. Hier ist die Liste zu den Veröffentlichungen seiner Erinnerungstour zur Klassenfahrt im Jahr 1968:
nh-01 | Inhaltsverzeichnis zur investigativen Heimattour
nh-02 | Mit der Kurhessenbahn durch die Heimat
nh-03 | Bahnstrecke Brilon-Wald – Wabern
nh-04 | Erinnerungen an Klassenfahrt nach Bad Wildungen 1968
nh-06 | Fritzlar Bahnhof mit Domblick
nh-07 | Judendeportation Hinweis am Wildunger Bahnhof
nh-08 | Schloss Friedrichstein
nh-09 | Bewaffneter Friede von Wilhelm Busch
nh-10 | Altar in der Stadtkirche
nh-13 | Restaurant Damaskus Tor
nh-15 | Pogrome und Stolpersteine /Neue Erkenntnisse
nh-16 | HNA Merk- und Denkwürdigkeiten
nh-17 | Videokollage zur Tour mit Hyperlinks
Bei der Ankunft auf dem Bahnhof und dem Aufnehmen des Bildes auf der Seite nh-07 ahnte er, dass es dunkle Jahre im beschaulichen Kurbad gab. Bei der späteren Analyse der Hinweistafel von Moritz Maus (nh-11) setzte der Wunsch ein, tiefer in die Materie des Holocaust in Bad Wildungen einzudringen. Das wird bei nh-15, nh-16 und nh-17 sichtbar.
Aus dem Schüler KR des Jahres 1968 ist 58 Jahre später ein Aktivrentner geworden, der gern seine Erfahrungen weitergibt. Seine Veröffentlichungen (KR&KI) können helfen, mehr mit unseren Erfahrungen zu machen und dazu KI sinnvoll zu nutzen.
Wenn die Bad Wildunger in den dunklen Jahren ab 1933 geahnt hätten, was später alles durch KI-Unterstützung passieren kann, hätten sie zwar nicht Hitler verhindert, aber sie hätten sich aus Angst, später bloß gestellt zu werden, nicht an den Ausschreitungen beteiligt und in ihrem Neid auf erfolgreiche Mitbürger jüdischen Glaubens nicht deren Eigentum arisiert. Der Schriftleiter Moritz Maus wusste das als Lokalredakteur und schwieg nach dem Krieg über die dunkelsten Geschehnisse seiner Kurstadt. Erst ein ehrenamtlicher Stadtarchivar brachte den Nachlass ans Licht. So steht es in der Lokalzeitung: https://www.google.com/search?q=Manfred+Hülsebruch+Maus+HNA
Jahre nach der Veröffentlichung nutzte KR die Möglichkeiten der KI, um sich mal schnell mit den Bad Wildunger Stolpersteinen und dem Heimatforscher, der die Forschung verhinderte, auseinander zu setzen.
Weitere Nachweise und Quellen: https://konrad-rennert.de/erinnerungen-an-die-diplomarbeit-angefertigt-im-institut-fuer-geophysik-der-universitaet-goettingen/
https://konrad-rennert.de/hosentaschenpotential/


ZU NH-04
Innensicht:
Eine Gruppe Pubertierender zwischen 13 und 14 Jahre alt, zwischen Optimismus, Skepsis, Aufbruch, Verunsicherung, gespielter Lässigkeit, Neugier und Angepasstheit. Als Kinder unserer Zeit waren wir mittendrin in einer wilden Zeit, der Studentenrevolte, antiautoritärer Erziehung, aufwühlender Musik, Mädchen, die uns die Köpfe verdrehten, und einer vielversprechenden Zukunft, die voller Versprechungen und ungeahnten Möglichkeiten war. Wir wussten noch nicht viel mit uns anzufangen und waren doch voll mit Wünschen, Träumen und den banalen Alltagsanforderungen und -problemen.
Außensicht:
1968 war für mich die 68er Studentenbewegung, der Vietnamkrieg, die Ab- und Aufarbeitung des lange verdrängten Nationalsozialismus, die Aufstände in der sog. Dritten Welt gegen die Kolonialherren, die erste wirtschaftliche Krise nach langen Jahren des „Wirtschaftswunders“, eine aufwühlende Rockmusik, und der Beginn einer in allen Lebensadern spürbaren kulturellen Revolution von Gewohnheiten, Ansprüchen, Ansichten, von Lebensstilen und Geschmäckern und gegen das Überkommene unseres Elternhauses. Das alles betraf uns noch nicht in vollem Bewusstsein, aber es wummerte gewissermaßen im Hintergrund und lugte hier und da durch den Schleier unserer Weltsicht und -wahrnehmung. Auch in Korbach war das spürbar, allein schon durch vielfältige Verbindungsfäden nach Berlin, bei etlichen älteren Jugendlichen.
Bildung unter Leo war nicht nur das Abrufen zahlreicher Geschichtszahlen. Er versorgte uns immer wieder mit viel Lern- und Anschauungsmaterial außerhalb des traditionellen Lehrstoffkanons: kleine Reclamhefte über Vasco da Gama oder Maggelan, die fesselnd waren, oder ein Bild- und Textband über den „Meltingpot“, zu dem er auch einen Zeitzeugen in den Unterricht eingeladen hatte, einen Deutsch-Amerikaner, in Amerika lebend, dessen amerikanisierter Akzent noch heute in meinen Ohren klingt. Es war für mich auch einnehmendes Vorbild-Lernen durch eine sehr imposante und sicherlich auch streitbare Persönlichkeit.
Noch zwei Fragen, die bleiben:
Wer ist das zwischen Reinhold und Jürgen? Und warum stehst Du abseits?
Hallo Werner,
zu Deinen beiden Fragen:
1. Wer schaut da so konzentriert auf den Fußball?
Das ist Manfred. Nach allem, was ich vor etwa fünf Jahren bei unserem letzten Treffen erfahren habe, lebt er leider nicht mehr.
2. Warum stehe ich abseits?
Ganz einfach: Ich war gar nicht da als das Bild mit Euch von mir aufgenommen wurde.
Einer von Euch Sieben hat mich damals mit meiner ehrwürdigen Agfa-Clack anschließend einzeln fotografiert. Später habe ich mich mit PowerPoint ins Gruppenbild hineingeschmuggelt – ein frühes Beispiel für „kreative Bildgestaltung“, lange bevor „Deepfake“ ein Wort war.
Den kleinen Trick erkennt man am Putz hinter meinem Kopf. Den hätte ich retuschieren können, aber Faulheit ist manchmal stärker als Perfektionismus. Ein Photoshop-Kurs wäre sicher hilfreich gewesen, aber ich habe mich auf die Proportionen konzentriert. Immerhin die stimmen – sonst hättest Du nicht gefragt 😉
Viele Grüße
Konrad
PS: 1968 hörten wir auch die ersten Protestsongs, z. B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eve_of_Destruction
heute hören wir zeitgemäße Neuauflagen aus der damaligen Zeit, z.B.: https://www.zdfheute.de/video/springsteen-singt-protestsong-ice-minneapolis-konzert-video-100.html
-> https://www.youtube.com/watch?v=4z2DtNW79sQ