Zum Inhalt springen

Offener Brief an den Vorstand und die Mitglieder der ZUM e.V.

Betreff: Das „???“ im Protokoll – oder warum wir in Würzburg aneinander vorbeigeredet haben

Liebe Vorstandsmitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Mitgliedertreffen im Burkardushaus in Würzburg am 15. und 16. November 2025 war ohne Zweifel ein inspirierendes Ereignis, und ich habe den persönlichen Austausch mit Euch sehr geschätzt. Doch beim Lesen des nun veröffentlichten Protokolls stach mir ein Detail ins Auge, das symbolischer kaum sein könnte: Mein Lightning Talk wird dort lediglich mit drei Fragezeichen „???“ tituliert.

Technisch gesehen ist die Ursache banal: Ich hatte meine Präsentation passwortgeschützt und vergessen, den Schutz für die Protokollantin aufzuheben. Doch inhaltlich stehen diese Fragezeichen für ein größeres Missverständnis, das ich mit diesem offenen Brief ausräumen möchte.

Der eigentliche Titel lautete: „Wiki-gestützte Projektentwicklung mit KI-Assistenz“.

Mir wurde von Seiten des Vorstandes mitgeteilt: „Wir werden uns als Verein auch nicht beteiligen und legen unseren Fokus weiterhin auf das ehrenamtliche Engagement“. Diese Absage akzeptiere ich, doch sie offenbart ein strukturelles Dilemma.

Es war nett, sich mit Euch zu unterhalten, aber ich habe den Eindruck, dass die Dringlichkeit und die Dimension meines Projektes nicht verstanden wurden. Ich wage die These, dass dies auch an der soziologischen Struktur unseres Vereins liegt: Die Mehrzahl der Entscheidungsträger sind oder waren verbeamtete Lehrkräfte. Aus dieser Position der Sicherheit heraus lässt sich schwerer nachvollziehen, welcher externen Anreize und professioneller Strukturen es bedarf, um die breite Masse der deutschen Pädagogen tatsächlich zu einem sinnvollen, krisenfesten Umgang mit KI zu bewegen.

Ehrenamt ist die Seele der ZUM, aber KI-Transformation ist ein Hochgeschwindigkeitszug. Wie der Handelsblatt-Artikel zum Digitalgipfel treffend bemerkte: Der Zug ist nicht abgefahren, aber er fährt schnell. Um hier Schritt zu halten, reicht reines Ehrenamt oft nicht aus; es bedarf skalierbarer, professioneller Lösungen, wie ich sie mit der geplanten gGmbH und der LearningLounge skizziert habe. Die Vision war eine Win-Win-Situation, die über die ursprünglichen Möglichkeiten der ZUM-Gründer hinausgeht, weil wir heute technische Mittel haben, von denen wir damals nur träumen konnten.

Da der Verein diesen Weg nicht mitgehen möchte, habe ich mich entschlossen, im Sinne absoluter Transparenz und um die „offenen Fragen“ (die ???) zu beantworten, sämtliche Materialien und Gedanken öffentlich und ohne Passwortschutz zugänglich zu machen.

Nicht alle Mitglieder waren in Würzburg anwesend, daher stelle ich die Inhalte nun allen zur Verfügung, die an einer echten Professionalisierung der KI-Bildung interessiert sind:

Die Präsentation aus Würzburg: https://konrad-rennert.de/wp-content/uploads/2025/11/Wuerzburg.pptx

Der Impulsvortrag: https://konrad-rennert.de/impulsvortrag/

Konzept zur KI-Fortbildung: https://konrad-rennert.de/ki-fortbildung/

Ich werde nun nach anderen Interessenten und Partnern suchen, die bereit sind, diese Bildungszukunft unternehmerisch und pädagogisch ambitioniert mitzugestalten. Dennoch bleibe ich der ZUM verbunden und lade jedes einzelne Mitglied ein, sich individuell zu vernetzen, sofern Interesse an einem Projekt besteht, das den Rahmen des traditionellen Ehrenamts sprengt.

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen

Konrad Rennert