Excel-Workshop „Kuratieren von Fachjargon“

Jeder Beruf hat seinen speziellen Fachjargon. Im Bereich der Chemieberufe dürfte er wegen der vielen Verbindungen auf Basis der 92 natürlichen Elemente am umfangreichsten sein. Aber auch tausende von Worten aus den anderen MINT-Fächern, den kaufmännischen- und den medizinischen Berufen dürften kaum zum Wortschatz gehören, welcher den Zuwanderern aus der Ukraine und anderen Ländern in Deutsch-Kursen vermittelt wird. Fachliche Kommunikation ist besonders wichtig, wenn die Arbeitsvermittlung in qualifizierten Berufen erfolgreich sein soll. Wer Deutsch als Fremdsprache (DaF) spricht und nur den Fachjargon in der eigenen Muttersprache beherrscht, wird sich nur schwerlich mit deutschen Kollegen verständigen können. Deshalb sind die Fachleute mit der Muttersprache Deutsch aufgerufen, sich am Projekt zur Kuratierung von Fachjargon zu beteiligen.

Niemand arbeitet ohne Gegenleistung

Damit sich Fachleute finden, um den notwendigen Fachjargon zusammenzustellen, muss etwas geboten werden, z.B. umfangreiches Know-how in Sachen der Werkzeuge zur Digitalisierung des Arbeitslebens und dazu die Möglichkeit des interkulturellen Austausches. Das geistige Startkapital liefert Konrad Rennert in Form von transferierbaren Fallbeispielen und der Bereitschaft, das komplette Knowhow weiterzugeben. Dazu liefert er auch die notwendige Infrastruktur für den Online-Workshop in Form von Lernmanagement- und Videokonferenzplattform. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos, wenn man eine Gegenleistung einbringt, z.B. eine Liste mit Fachjargon zu einem anerkannten Beruf oder die vorhandene Wortliste aus einem Rahmenplan mit kurzen Beispielsätzen ergänzt.

Wer möchte, kann seinen Fachjargon-Beitrag auch in freier Rede in einer PowerPoint-Präsentation vortragen und als Video bereitstellen, so wie das am Anfang des Videos zu dieser Pressemitteilung geschehen ist.

Der Excel Workshop ist agil, weil der fachliche Hintergrund der Teilnehmer heterogen sein wird und situatives Handeln gefordert ist.

Folgende Vorgänge bei der Kuratierung von Wortlisten werden vorgestellt und auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht:

  1. Die Rahmenlehrpläne der Kultusministerkonferenz bilden die Basis für Wortlisten mit dem Fachjargon des dazu gehörenden Ausbildungsberufs. Das Textverarbeitungsprogramm Word zerlegt den Text automatisch so, dass er über die Zwischenablage in Excel weiterverarbeitet werden kann.
  2. Die Wortlisten werden in Excel alphabetisch geordnet und als Unikate-Liste gespeichert. Wer möchte kann auch die Häufigkeit jedes enthaltenen Unikates in der Pivot-Tabelle anzeigen.
  3. Auf Basis eines frei wählbaren Referenzwortschatzes, z.B. dem des DaF-Sprachniveaus B1, wird die Wortliste aufgeteilt in Worte, die bekannt sein sollten und unbekannte Worte.
  4. Bekannte Worte können von Unbekannten getrennt werden, indem man sie in einer Kopie der Tabelle löscht oder durch Anwendung eines Filters ausblendet oder indem man die Zeilen der unbekannten Worte farbig hinterlegt, d.h. die bedingte Formatierung von Excel nutzt.
  5. Die Worte der Liste werden mit Hilfe der Hyperlink-Funktion mit verschiedenen Nachschlagewerken, z.B. dem Wiktionary, der Wikipedia, dem Duden, dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) verknüpft.
  6. Die Wortliste wird mit Hilfe der Hyperlink-Funktion mit verschiedenen Suchmaschinen, z.B. Bing, DuckDuckGo oder Google verknüpft, um relevante Fundstellen von Bildern oder Texten zu finden. – Anmerkung: Damit können Bearbeiter dann kurze Beispielsätze finden, um das Wort in einem verständlichen Kontext einzusetzen.
  7. Die Worte werden mit dem DeepL-Übersetzer verknüpft. Die Kopie für die Übersetzung der Sätze in eine von 28 Sprachen wird mit der Hyperlink-Funktion vorbereitet.
  8. Die Worte und die Sätze – soweit vorhanden – werden auch mit dem Google-Übersetzer verknüpft. So kann man bei Bedarf die gesprochenen Worte hören.

Die Punkte 2 bis 8 können auf Basis einer Excel-Vorlage für jedes geeignete Dokument bzw. E-Book in wenigen Minuten erledigt werden.

  1. Wenn Wortschatzlisten aus mehreren Dokumenten und Video-Untertiteln abgeleitet werden sollen, können die vorhandenen Excel-Arbeitsmappen zur Bildung von Schnitt- und Vereinigungsmengen zusammengefasst werden. Eine Pivot-Tabelle stellt dar, welches Unikat in welcher Quelle vorkommt. Aus dieser Verteilung des Vorkommens ist abzuleiten, mit welcher Priorität das Wort gelernt werden sollte.
  2. Wenn die Lernkartei-Software Anki genutzt werden soll, können passende Exporte mit der Hilfsspalte „Flag“ vorbereitet werden.

Eine vollständige Excel-Arbeitsmappe mit Beispielsätzen existiert bereits. Sie basiert auf dem Wortschatz des Rahmenlehrplans der Kultusministerkonferenz vom 14.06.2002 für die Industriekaufleute. Der Text ist in der Arbeitsmappe nach Wort-Unikaten sortiert und in der oben beschriebenen Weise verknüpft und aufbereitet. Die Excel-Arbeitsmappe kann von der Seite https://konrad-rennert.de/kuratierung-von-fachvokabular-aus-dem-ausbildungsplan-der-industriekaufleute heruntergeladen werden.