Weiterbildungs-Vision: the yellow pages for courses and coaching on demand

 

Just in Time Training and Coaching on Demand Formation continue Just in Time et coaching à la demande

Zukunftsfähige Weiterbildung gibt es schon. In Deutschland bemerkt man das etwas später.

Es wird immer sinnloser, auf Vorrat zu lernen. Gerade in der technisierten Arbeitswelt veraltet Wissen schnell und permanent kommt Neues hinzu.

Kommunikation und Wissensweitergabe finden zunehmend nicht mehr in Gebäuden statt, sondern in den virtuellen Räumen des Internet. Sowohl die Einspeisungspunkte als auch die Orte des Abrufs können an jedem Ort mit schnellem Internetzugang liegen.

Größter Weiterbildungsträger im deutschsprachigen Raum sind die in einem Verband zusammen geschlossenen Volkshochschulen (VHS). Das Angebot der im 19. und 20. Jahrhundert entstandenen VHS lässt sich nicht kurzfristig an den geänderten Bedarf anpassen. Der Grund ist die regionale Ausrichtung und die zu einer Behörde passende Organisation auf Stadt- oder Landkreis-Ebene. Das entspricht einem Antonym für ein agiles Internet-Startup.

In den bevölkerungsreichsten Ländern Asiens, Afrikas und Amerikas gibt es keine Weiterbildung an VHS. Dort werden Online-Kurse auf der Udemy-Lernplattform millionenfach gebucht.

In Indien steht die Udemy-App seit Beginn der Corona Pandemie an 1. Stelle der abgerufenen Andoid-Apps: “Udemy crosses Tinder to become India’s top-grossing Android app – 스타트업앤칠”.
Allerdings fehlt bei UDEMY und bei vielen MOOCs das gemeinsame Lernerlebnis oder die persönliche Ansprache per Videokonferenz oder eine Kombination aus beiden. Wer selbst-organisiert lernt, findet die fehlenden muttersprachlichen Lehrer für direkte Gespräche per Videokonferenz auf mehreren Plattformen. Man suche dazu nur nach „italki“, „Preply“ oder „Verbling“.
Verbling ist ein US-Unternehmen, italki kommt aus Hongkong und Preply aus der Ukraine. Alle ähneln sich in Angebot, Ausrichtung und Kurzbeschreibungen, z.B.: „Preply connects over 140000 tutors teaching 50 languages in 203 countries worldwide“

Bei den genannten Anbietern ist das Angebot für preiswerte Muttersprachler mit wichtigen europäischen Sprachen und den unterschiedlichsten Schwerpunkten sehr groß, weil die europäischen Kolonialmächte in früheren Jahrhunderten die wichtigen Sprachen über die ganze Welt verbreiteten. Englischunterricht aus Südafrika, Französisch aus Kamerun und Haiti mit ausgebildeten jungen Lehrern kostet im Einzelunterricht oft weniger als ein Gruppenunterricht von gleicher Dauer an einer VHS. Fachgespräche mit berufserfahrenen europäischen Akademikern sind ab 30 Euro pro Stunde zu haben.

Anders als in üblichen Fort- und Weiterbildungen kann man Themengebiete, Umfang, Termine und den Schwierigkeitsgrad im Einzelunterricht selbst festlegen und bei Nicht-Gefallen einfach den Trainer wechseln. Tausende von Trainern findet man mit Vorstellungsvideo im elektronischen Katalog. Oft enthält das Profil neben einem Lebenslauf mit Schul- und Hochschulabschlüssen auch die Beurteilungen und Kommentare der Kunden. Die meisten Sprachlehrer außerhalb Deutschlands haben keinen Beamtenstatus oder eine vergleichbare Festanstellung. Es herrscht internationaler Wettbewerb um Kunden bei dem sich Lehrkräfte aus den ärmeren Ländern mit niedrigen Honoraren Zugang zum Markt verschaffen. Das schnelle Internet macht das möglich.
Dank preiswerter oder kostenloser Kennenlernangebote mit 1:1 Betreuung ist die individuelle Unterrichtswirksamkeit des Lehrers für den Kunden schnell erkennbar. Die Sprachkompetenz als auch die Sprachverwendung lassen sich durch Referenzrahmen vergleichen. Der Erfolg kann im Bedarfsfall zertifiziert werden. Jeder wird im reichhaltigen Angebot früher oder später die Lehrer seiner Wahl finden.

Wenn Weiterbildung über die Bildung von Sprachkompetenz hinausgeht, wird es komplex, weil es keine gemeinsamen Referenzrahmen gibt.  Die Gefahr, durch ausländische Mitbewerber in die niedrigen Honorarsegmente abgedrängt zu werden, besteht für deutsch sprechende Ingenieure, Handwerksmeister und IT-Trainer derzeit noch nicht. Der Markt für Coaching per Videokonferenz ist noch in einem frühen Stadium, wenn es um Weiterbildung jenseits der Sprachen geht.

Der steigende Bedarf an exklusiven Unterrichtsangeboten und individuellen Beratungsleistungen ist auch in Deutschland absehbar. Wer als YouTuber mit Erklärvideos positiv auffällt, erhält automatisch Anfragen, ob man Nachhilfe oder Coaching bei diversen Projekten geben kann. Die Honorare bei den Projekten, welche dem Autor angetragen wurden, bewegen sich im Bereich zwischen 300 und 5000 Euro.

Es geht dabei oft um sehr vertrauliche Betriebsgeheimnisse. Deshalb kommen Plattformen und Vermittler in Hongkong, den USA oder der Ukraine für Betriebe nicht in Frage. Wenn deutsches Recht oder EU-Standards verbindlich sein sollen, muss die Plattform in der EU angesiedelt sein.
Alle in Firmen üblichen Standards müssen berücksichtigt werden können, d.h. die Plattform muss für vielerlei Wünsche offen sein. In manchen Firmen ist für Videokonferenzen nur WebEx, Zoom oder Teams zugelassen und der externe Coach hat sich darauf einzustellen, wenn er am Auftrag interessiert ist.

Spezialisten und Fachleute (wie z.B. der Autor) erzielen auch nach dem Eintritt in die Rente noch gute Honorare, weil ihre Mitarbeit kalkulierbar und skalierbar ist. Bei Coaching on Demand zahlt man nur für Leistungen, welche die selbst-organisierte Weiterbildung ergänzen, weil man nicht alles aus den YouTube- oder Udemy-Erklärvideos ableiten kann. Die Klärung des Bedarfs und die Besprechung der möglichen Zusammenarbeit per Videokonferenz ist in der Regel kostenlos. Nebenbei sieht man so, ob die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Nur wenn beide eine Win-Win-Situation erkennen, wird die Partnerschaft auf Zeit gestartet. Der besprochene Ablauf und die Abrechnung werden schriftlich fixiert und bestätigt.

Viele erfahrene Menschen mit didaktischen Fähigkeiten können so ihre Erfahrung weitergeben. Das dürfte besonders interessant sein, wenn man nach einem abwechslungsreichen Berufsleben noch nicht auf dem Abstellgleis landen möchte.

Als Senior mit langjähriger Erfahrungen sucht Konrad Rennert (der Autor) den Kontakt mit Kollegen jedes Alters, d.h. Ausbildern, Trainern, Dozenten, Lehrern und Fachleuten jeder Art, um über zeitgemäße Weiterbildung zu diskutieren. Fachleute mit Visionen könnten gemeinsam eine offene Vermittlungs- oder Selbstvermarktungs-Plattform gründen. Das wäre dann so etwas wie die gelben Seiten für Weiterbildung per Videokonferenz mit einer Funktionalität und Performance, wie man sie bei Udemy, italki, Preply oder Verbling feststellen kann. Wer die Funktionalität von Booking.com beim Buchen von passenden Urlaubsquartieren kennt, weiss wie eine neu gestaltete Plattform zum Buchen von Weiterbildung aussehen sollte.

Zur Entstehung der Vision gibt es eine Liste mit Veröffentlichungen und eine Materialsammlung:

https://konrad-rennert.de/materialsammlung-und-veroeffentlichungen-zum-visionsvideo

Wer im Vision-Statement erkennt, wie zukünftige „Weiterbildung On Demand“ umgesetzt werden kann, melde sich zum Dialog: videokonferenz@konrad-rennert.de